Am Ende leiden die Fahrgäste

Kommentar : Am Ende leiden die Fahrgäste

Die Rheinbahn wird von einer Dienstwagen-Affäre erschüttert. Die Leidtragenden sind die Fahrgäste, meint unser Autor.

arne.lieb@rheinische-post.de

Seit Jahrzehnten hat die Rheinbahn nicht mehr einen solchen politischen Rückenwind genossen. Klimaschutz, drohende Diesel-Fahrverbote – Bus und Bahn gelten plötzlich als Hoffnungsträger für Großstädte. Ausgerechnet in dieser Zeit kommt das Unternehmen nicht zur Ruhe. Nun steht die gerade angetretene Finanzchefin Sylvia Lier im Mittelpunkt der nächsten Schlammschlacht.

Die Leidtragenden sind die Fahrgäste. Ohne eine innere Stärke kann die Rheinbahn nicht stärker nach außen werden. Das müsste sie aber, wenn sie für mehr Menschen eine Alternative zum Auto werden will.

Der Weg dahin wird nun in jedem Fall noch schwerer. Der Aufsichtsrat steht vor einem Dilemma: Falls er Lier hält, droht sie eine Finanzchefin ohne Rückhalt im Haus zu werden. Wenn er sie abberuft, beginnt schon wieder eine Personalsuche, die das Unternehmen auf unabsehbare Zeit lähmen wird. Und geeignete Bewerber zu finden, dürfte nach den Turbulenzen der letzten Jahre nicht einfacher werden.