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Düsseldorf: Altstadtpflaster: Neue Schäden

Düsseldorf : Altstadtpflaster: Neue Schäden

Zunächst gab es Mängel auf der Mertensgasse. Und nun sind auf der Berger Straße an vielen Steinen die Ecken herausgebrochen. Die Ursache ist noch unklar. Die Stadt sieht Baufirma oder Hersteller in der Pflicht.

Der Ärger mit dem neuen Altstadtpflaster reißt nicht ab. Zuerst sorgte die Auswahl der Steine für Streit. Dann gab es Klagen über Mängel an der Mertensgasse, weshalb die grüne Ratsfrau Clara Deilmann eine Anfrage an die Verwaltung stellte, die allerdings noch nicht beantwortet ist.

Und jetzt sind auch auf der Berger Straße erhebliche Schäden an der gerade erst verlegten Pflasterung aufgetreten. Zwischen Hafen-Straße und Carlsplatz sind auf einer Länge von rund 30 Metern viele der grauen Steine kaputt. An etlichen Steinen zeichnen sich weiße Risse ab, an anderen sind bereits ganze Ecken abgebrochen. Darum wird die Stadt, die einen Gutachter bestellt hat, nächste Woche mit der Baufirma und dem Hersteller der Steine die Schäden in Augenschein nehmen. Eigentlich ist vorgesehen, das Pflaster in der Altstadt bis 2014 in Gänze zu erneuern. Die Gesamtmaßnahme, die auch neue Bänke sowie Beete umfasst, kostet etwa 5,7 Millionen Euro.

"Die Schäden sind sehr ärgerlich", sagte gestern Nachmittag ein Stadtsprecher der Rheinischen Post. Dabei schien bei der Abnahme der Bauarbeiten auf der Berger Straße noch alles in Ordnung. "Da waren noch keine Schäden sichtbar", erklärte der Sprecher. Diese traten erst später auf — und noch ist unklar, wie die Mängel entstanden sind. Fest stehe bislang lediglich, dass zunächst die weißen Risse aufgetreten seien, ehe die Ecken herausbrachen, sagte der Stadtsprecher: "Wir müssen nun alle möglichen Ursachen untersuchen."

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So gelte es unter anderem, das Fugenmaterial und die Tragschicht unter dem Pflaster zu prüfen. Dass die Steine selbst schadhaft sind, gilt im Rathaus indes als unwahrscheinlich. "An anderen Stellen haben wir mit Material aus der gleichen Lieferung keinen Ärger", sagte der Stadtsprecher. In jedem Fall bestehe aber eine Gewährleistungspflicht seitens der Baufirma beziehungsweise des Herstellers.

Clara Deilmann fordert eine Klärung. "Die Pflasterung soll schließlich viele Jahre halten", sagte die grüne Ratsfrau gestern der RP. Angesichts der nun an der Berger Straße aufgetretenen Mängel könne nicht mehr von Einzelfällen ausgegangen werden, so Deilmann. Und auch Dirk Schaper drängt auf Verbesserungen. "Wir sind hier kein Übungsgebiet für Pflasterlehrlinge", sagte der Vorsitzende der Altstadtgemeinschaft.

Bei der Stadt geht man davon aus, dass in den kommenden Wochen die Ursachen für die kaputten Pflastersteine gefunden werden. In dieser Zeit werden die Arbeiten ohnehin ruhen, da der Eurovision Song Contest (ESC) stattfindet und die Altstadt den Besuchern des Festivals in einem aufgeräumten Zustand präsentiert werden soll. "Die Erkenntnisse, die bei der Schadensprüfung gewonnen werden, fließen dann ein, wenn die Arbeiten nach dem ESC wieder aufgenommen werden", sagte der Stadtsprecher gestern.

(RP)