5,7 Millionen Euro teure Arbeiten: Altstadt: Pflaster-Sanierung beginnt

5,7 Millionen Euro teure Arbeiten : Altstadt: Pflaster-Sanierung beginnt

OB Dirk Elbers und Verkehrsdezernent Stephan Keller setzten an der Mertensgasse den symbolischen ersten Stein für die 5,7 Millionen Euro teuren Arbeiten. Die Interessen von Anliegern und Passanten sollen berücksichtigt werden. Elbers schwebt eine verkehrsberuhigte Mühlenstraße vor.

Der Koch vom "Schwarzen Peter" filmte gestern Vormittag eifrig mit der Digitalkamera aus dem Fenster des Altstadt-Imbisses heraus. Schließlich setzen Oberbürgermeister Dirk Elbers und Verkehrsdezernent Stephan Keller nicht jeden Tag den symbolischen ersten Stein für eine Baumaßnahme, die das Gesicht der Altstadt maßgeblich verändern wird. 5,7 Millionen Euro kostet die Erneuerung von 18 300 Quadratmetern Pflaster, die jetzt in der Mertensgasse begonnen hat und bis 2014 abschnittsweise vollendet werden soll.

"Alle Interessen berücksichtigen"

"Die Stadt wird im intensiven Kontakt mit den Anliegern Wege suchen, die Arbeiten so durchzuführen, dass möglichst alle Interessen berücksichtigt werden können", sagte Elbers. Dazu gehört, dass sie für eine Reihe von Großveranstaltungen, darunter Karneval, Eurovision Song Contest und die Terrassensaison der Wirte, unterbrochen werden. Die Erreichbarkeit von Geschäften soll jederzeit gesichert sein, Fußgänger sollen die Baustellen stets passieren können. Und: Halbfertige Gassen und offene Straßendecken soll es nicht geben. "Wir sorgen auch dafür, dass an den Wochenenden keine Lücken sind", so Projektleiter Richard Scheffels vom Amt für Verkehrsmanagement.

Ein Blick in die Mertensgasse lässt bereits erahnen, wie das Einheitspflaster im Stadtbild aussehen wird: Einige Meter der granitgrau-weiß gemaserten Betonsteine "Umbriano" sind bereits verlegt. Wie bei allen Altstadt-Straßen in Nord-Süd-Richtung verläuft eine Entwässerungsrinne in der Straßenmitte; in West-Ost-Richtung verlaufen die Rinnen beidseitig an den Rändern. Entlang der Gebäudefassaden wird ein bis zu 50 Zentimeter breiter Fries als Natursteinpflaster gelegt.

Allen Arbeiten gehen jeweils Leitungserneuerungen der Stadtwerke voraus, damit das neue Pflaster nicht bald wieder aufgerissen werden muss. Im Vorfeld der Arbeiten an der Mertensgasse war der Untergrund mit einer Schotterschicht vorbereitet worden, darüber wurde Industrieteppich verlegt, damit Fußgänger leichter darüber gehen können. "Wir schaffen am Tag 35 bis 40 Quadratmeter", sagt Roland Krüger, Inhaber der gleichnamigen Straßenbaufirma, die bis Februar 2012 einen Auftrag für die Pflasterarbeiten erhalten hat. Verlegt werden die bis zu 63 Kilogramm schweren Steine mit einer Maschine, die sie mit Unterdruck anhebt.

Ist ein kleiner Teilabschnitt fertig, kommt ein Flächenrüttler zum Einsatz, damit keine Kanten überstehen. "Dann werden die Steine jeweils abends mit Splitt und Epoxidharzmörtel verfugt", sagt Krüger. Dies stelle sicher, dass sich kein Dreck in den Fugen verfangen kann. "Außerdem kann die Awista die Straßen später wesentlich leichter reinigen als bisher."

Nach der Mertensgasse soll es unter anderem in der Schneider-Wibbel-Gasse und der Berger Straße losgehen. Für dieses Jahr sind ferner Teile der Bolkerstraße (zwischen Marktstraße und Mertensgasse), die Kapuzinergasse und die Flinger Straße geplant. Weitere Abschnitte bedürfen noch der endgültigen Abstimmung mit den Stadtwerken. Nicht enthalten im Gestaltungskonzept, das die südliche Altstadt zwischen Mühlenstraße und Carlsplatz umfasst, sind Marktplatz, Marktstraße und Burgplatz. Offen ist nach wie vor auch die Gestaltung der Knotenpunkte und Plätze, etwa des Bolker Sterns. Auch die Zukunft der Mühlenstraße ist noch nicht geklärt. "Sobald die Arbeiten am Stadthaus und im Andreasquartier fertig sind sowie die Kanalisation gemacht ist, werden wir uns damit befassen", sagte Elbers. "Klar ist: Die Verkehrssituation dort ist nicht schön. Wir wollen weitestgehend den Verkehr aus der Mühlenstraße herausnehmen."

(RP)
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