Düsseldorf: Altes Ministerium: Stadt möchte auch Wohnraum

Düsseldorf: Altes Ministerium: Stadt möchte auch Wohnraum

Wenn das Land den Bau aufgibt, wird abgerissen und neu gebaut. Idee für Regierungsviertel wird verhandelt.

Das Innenministerium an der Haroldstraße ist kein Gebäude, zu dem Architekturfans pilgern. Der Zweckbau ist ein Klotz, den die meisten Bürger nicht einmal bewusst wahrnehmen dürften. Man fährt an ihm vorbei: zur Kniebrücke, in den Rheinufertunnel, oder aber zum Apollo-Varieté in Richtung Rhein, Medienhafen oder Unterbilk.

Was mit dem Gebäude geschieht, steht laut Christa Bohl, Sprecherin des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW (BLB), fest: "Das Ministerium ist asbestverseucht und wird auf jeden Fall abgerissen." Es sei jedoch "unklar, was dann mit dem Areal passiert." Die Landesregierung sei aktuell dabei, ihren Bedarf zu prüfen und festzulegen, wo welche Kapazitäten genutzt werden sollen. Dabei wolle man sich auch mit der Stadt Düsseldorf abstimmen.

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Die Stadt hat die Planungshoheit und bereits erklärt, dass sie zu Verhandlungen über ein Regierungsviertel bereit ist. "Es ist sicher eine gute Idee, jetzt einen Masterplan zu erarbeiten", sagt Planungsdezernent Gregor Bonin. "Die Idee des Regierungsviertels birgt großes Potenzial." Bonin hat aber auch den Wunsch, neben Bürobauten an Wohnungen zu denken. "Ein Regierungsviertel muss ja keine ,gated community' (abgeschlossene Siedlung) sein." Hintergrund: Die Stadtplaner versuchen nahezu auf jedem größeren Areal, Wohnen und Arbeiten sowie bei Großprojekten zusätzlich Handel oder Kitas zueinander zu bringen. Das Ministerium auf dem Grundstück Kavallerie-/Haroldstraße hat 27 000 Quadratmeter Bürofläche und ist von Parkplätzen umgeben. Gleich nebenan wird jetzt das Polizeipräsidium umgebaut. Dort befindet sich im Nachbargebäude das Städtebauministerium. Das Wirtschaftsministerium zieht ins ehemalige Vodafone-Hochhaus an den Rhein. Das Gelände des Innenministeriums wiederum hätte für ein Regierungsviertel also eine Art Scharnierfunktion.

(RP)
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