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Serie Neue Mobilität: Alternative Verkehrsangebote boomen

Serie Neue Mobilität : Alternative Verkehrsangebote boomen

Immer mehr Düsseldorfer setzen nicht mehr nur aufs eigene Auto: Car- und Bike-Sharing gewinnen an Kunden, die Rheinbahn unterstützt den Trend mit einem neuartigen Ticket. Die Stadt erhofft sich Entlastung für das Straßennetz.

Das Interesse an neuartigen Möglichkeiten zur Fortbewegung nimmt in Düsseldorf deutlich zu. Knapp 50 000 Kunden nutzen inzwischen Car-Sharing, also das kurzfristige Leihen von Autos für einzelne Strecken. Die Anbieter Car2Go und DriveNow sind bereits mit 300 beziehungsweise 250 Fahrzeugen in der Stadt vertreten. Mit Nextbike gibt es außerdem in Düsseldorf ein ähnlich funktionierendes Angebot für Fahrräder, das ebenfalls deutlich an Nutzern gewinnt. Zugleich steigt das Interesse an Bussen und Bahnen: Die Rheinbahn verzeichnete für das vergangene Jahr mit 218 Millionen Fahrgästen eine Steigerung um rund eine Million zum Vorjahr.

Damit schlägt sich in Düsseldorf ein Trend nieder, der im ganzen Land zu beobachten ist. Immer mehr vor allem jüngere Menschen setzen nicht nur - oder gar nicht mehr - auf das eigene Auto zur Fortbewegung. Sie nutzen je nach Anlass Auto, Bahn, Fahrrad oder die Leihsysteme, die wegen der neuen Möglichkeiten durch Smartphones deutlich kundenfreundlicher geworden sind: Die Wagen von Car2Go und DriveNow sind anders als bei früheren Car-Sharing-Systemen nicht mehr auf zentralen Parkplätzen versammelt, sondern stehen über das Stadtgebiet verteilt. Mit einer App lässt sich der Standort des nächstliegenden Fahrzeugs ermitteln - und sofort losfahren.

 Der Car-Sharing-Anbieter Car2Go ist in Düsseldorf mit 250 Fahrzeugen vertreten. Die Nutzer können den Standort des nächstliegenden Wagens mit einer Smartphone-App ermitteln.
Der Car-Sharing-Anbieter Car2Go ist in Düsseldorf mit 250 Fahrzeugen vertreten. Die Nutzer können den Standort des nächstliegenden Wagens mit einer Smartphone-App ermitteln. Foto: dpa
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Für Düsseldorf sehen Experten in dem Wandel in der Mobilität besondere Chancen. Denn die Pendlerstadt muss ein besonders hohes Verkehrsaufkommen bewältigen, das in den kommenden Jahren noch steigen wird. Jeden Tag pendeln 230 000 Menschen zur Arbeit aus dem Umland in die Stadt, weitere 150 000 Auswärtige kommen zum Beispiel zum Einkaufen oder zur Ausbildung. Zugleich wächst Düsseldorf: Es gibt immer mehr Einwohner, immer weitere Unternehmen zieht es nach Düsseldorf. Die Kombination aus Bahn und Car-Sharing zum Beispiel kann auch für viele Pendler interessant sein.

Die Stadtverwaltung setzt große Hoffnungen in die Entwicklung. "Die neuen Angebote wie Kombitickets, flexibles Carsharing und Mietradsysteme spiegeln das sich ändernde Verkehrsverhalten einer urbanen Bevölkerung wieder", sagt Verkehrsdezernent Stephan Keller. "Langfristig können sie dazu beitragen, die Verkehrsprobleme einer Großstadt nachhaltig zu lösen."

Auch die Rheinbahn hat auf den Wandel reagiert: Das Verkehrsunternehmen bietet seit einem halben Jahr erstmals ein Ticket, mit dem sich auch Car- und Bike-Sharing nutzen lassen. Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher sieht eine "neue Generation" von Verkehrsteilnehmern heranwachsen. "Vielen ist noch nicht klar, welche leise Revolution sich da abspielt", sagt er.

Die Rheinische Post wird ab heute in einer Serie über die "Neue Mobilität" in Düsseldorf informieren. Wir beleuchten die Hintergründe der Entwicklung und zeigen, wie gut die neuen Angebote schon funktionieren - oder auch nicht. 50 RP-Leser haben gestern ihre Tickets erhalten, um Rheinbahn, Car- und Bike-Sharing für einen Monat in der Praxis auszuprobieren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fahrzeug-Sharing in Düsseldorf

(RP)