Hoffeldstraße: Altbauten mit Atmosphäre

Hoffeldstraße : Altbauten mit Atmosphäre

Mit Flingern hat sich auch die Hoffeldstraße über die Jahre zum Szenequartier entwickelt. Zwischen kleinen Restaurants und Boutiquen leben aber auch noch viele Alteingesessene.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die viel über eine Straße und seine Menschen verraten. "iPod für Wohnungsvermittlung" verspricht ein Abreißzettel, der in Neonfarben an einer Laterne an der Hoffeldstraße klebt. Der Wandel von Flingern Nord vom Arbeiterstadtteil zum Szeneviertel hat auch die Hoffeldstraße erfasst - und Wohnungen attraktiv gemacht. Wie an der benachbarten Ackerstraße haben in den vielen Altbauten kleine Boutiquen, Agenturen und Gastronomen eröffnet. Doch nicht die ganze Straße ist im Wandel. Den südlichen Teil, ab der Kreuzung an der Flurstraße, meiden Kreative bisher. Das Ende der Straßen markieren zwei Bahnunterführungen und das Kraftwerk Flingern.

Einen Anteil am Aufschwung der Hoffeldstraße hat das Nooij. Seit neun Jahren gibt es die Mischung aus Restaurant und Bar am Lindenplatz. "Als wir aufgemacht haben, waren die anderen Läden noch nicht da. Ein Bekannter meinte, wir hätten Flingern ,sohoisiert'", sagt Siroun Apochian, Betriebsleiterin des Nooij, und spielt damit auf den New Yorker Stadtteil Soho an, in dem sich ab den 60er Jahren viele Künstler niederließen. Obwohl Schauspieler wie Jürgen Vogel und Künstlerin Katharina Fritsch die minimalistische Bar besucht haben, ist von Manhattan keine Spur. "Es ist familiär, man kennt sich", heißt es unisono unter den Ladeninhabern der Straße.

Das kann auch Peter Zodrow bestätigen. Vor zwei Wochen hat der Flingeraner die zweite Niederlassung des Bio-Restaurants Sattgrün eröffnet -direkt gegenüber vom Nooij, wo der 40-Jährige vor seinem Erfolg als selbstständiger Gastronom arbeitete. Die Hoffeldstraße ziehe ein anderes Publikum an als die erste Filiale am Graf-Adolf-Platz. "Während dort vor allem Geschäftsleute essen, kommen nach Flingern besonders jüngere Gäste." Auch Zodrow zieht den Vergleich mit einem berühmten Stadtteil: "Für mich ist das hier der Prenzlauer Berg von Düsseldorf."

Das Potenzial der Straße hatte Brigit Klotz schon vor Jahren erkannt, nur die Banken wollten ihr nicht glauben. Dennoch eröffnete sie vor fünf Jahren die Alte Metzgerei und erfüllte sich damit einen Traum. Seitdem bietet sie frische Suppen und Gerichte der deutschen und orientalischen Küche an. Dem alten Metzgereigeschäft gab die Trödelmarktliebhaberin mit Sammlerstücken eine persönliche Note. Obwohl Klotz von der Straße begeistert ist, nennt sie auch negative Dinge. "Die Mieten sind gestiegen und die Parkplatzsituation ist schwierig." Steigende Mietkosten bemängelt auch ihr Nachbar David Holtkamp, Betreiber des Kleidungsgeschäfts Mischwaren. "Ich würde mich außerdem über ein bisschen mehr Konkurrenz freuen, leider gibt noch immer ein paar Leerstände", findet er. Seit rund zwei Jahren verkauft Holtkamp hauptsächlich Mode in seinem kleinen Laden. Er hat sich auf Labels aus Schweden, Dänemark und Frankreich spezialisiert, "die es in Düsseldorf sonst nicht gibt".

Doch es gibt auch alteingesesse Geschäfte an der Hoffeldstraße. Seit 14 Jahren betreibt Gregor Neuhaus sein Goldschmiede-Atelier. Durch den Vorinhaber hat er Kunden, die schon seit Jahrzehnten kommen. Irgendwie zählt auch Neuhaus zu den jungen Kreativen: Er fertigt selber Schmuckstücke.

Nächste Folge: Breidenplatz.

(RP)
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