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Düsseldorf: Alle 2,5 Stunden ein Einbruch

Düsseldorf : Alle 2,5 Stunden ein Einbruch

1764 Wohnungen wurden im ersten Halbjahr 2012 in Düsseldorf aufgebrochen, teilweise auch durchwühlt und ausgeräumt – erneut ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen. Und dabei steht die Hochsaison der Wohnungseinbrecher erst noch unmittelbar bevor.

1764 Wohnungen wurden im ersten Halbjahr 2012 in Düsseldorf aufgebrochen, teilweise auch durchwühlt und ausgeräumt — erneut ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen. Und dabei steht die Hochsaison der Wohnungseinbrecher erst noch unmittelbar bevor.

Innenminister Ralf Jäger will, dass sich "die Menschen in ihren vier Wänden sicher fühlen". Ein Wunsch, den das Kriminalkommissariat 14 teilt — auch wenn seine Erfüllung immer schwieriger wird. Denn seit einigen Jahren steigen die Zahlen dramatisch an, allein im ersten Halbjahr dieses Jahres um mehr als sechs Prozent gegenüber Januar bis Juni 2011.

Und über diese Steigerung können sich die Düsseldorfer Fahnder sogar freuen. Im Vergleich zum gesamten Vorjahr war die Zahl der Einbrüche 2010 um 17 Prozent, ein Jahr später um weitere 27,3 Prozent gestiegen. Dieser Trend ist zwar noch lange nicht umgekehrt, scheint aber zumindest gebremst — andere Städte haben noch immer mit weit schneller wachsenden Fallzahlen zu kämpfen.

Noch vor sechs Jahren sah das ganz anders aus. Da gab das KK 14 von Jahr zu Jahr Rückgänge bekannt, zählte im gesamten Jahr 2006 gerade mal 1831 Einbrüche — fast so viel wie in den ersten Monaten des laufenden Jahres also. Dass die Zahlen seither stetig steigen, habe "auch mit der EU-Erweiterung nach Rumänien und Bulgarien zu tun", sagt Polizeisprecherin Susanna Heusgen. Und in Düsseldorf spielt dabei auch noch das Image der reichen Stadt eine Rolle. "Der Düsseldorfer Wohlstand lockt eben auch Diebe an."

Dieter Töpfer, Chef der Einbruchsfahnder, appelliert immer wieder an die Bevölkerung, ihr Hab und Gut zu schützen. Technische Sicherungen wie Querriegelschlösser und einbruchshemmende Fenster schreckten viele Täter ab, die auf schnelle Beute aus seien. Für die Statistik bedeutet dieser Effekt übrigens nichts: auch wenn Töpfer und seine Kollegen immer öfter die Spuren gescheiterter Einbruchsversuche sichern, weil sich die Düsseldorfer immer besser schützen: Ein Versuch wird wie ein vollendeter Einbruch gezählt. Töpfer empfiehlt den Selbstschutz aber nicht nur der materiellen Werte wegen. Ein Einbruch, betont der Kommissar, sei für die Opfer immer ein tiefgreifender, oft sehr belastender Eingriff in die Privatsphäre.

Denn der Einbruch trifft die Opfer wie ein Blitz aus heiterem Himmel. "Ich bin morgens um elf zum Arzt gefahren, eine Stunde später war ich zurück — und die Terrassentür stand offen, alles war durchwühlt. Zuerst habe ich nicht geglaubt, was ich sehe!" So schildert es ein Betroffener. "Das Ganze muss sehr schnell gegangen sein. Die oder der Täter haben gezielt drei wertvolle Schreibgeräte, Uhren, Schmuck, Manschettenknöpfe und ein Fernglas mitgenommen. Am Ende ein großer Schaden — aber vor allem der Schmuck und die Manschettenknöpfe hatten einen hohen, von keiner Versicherung zu ersetzenden ideellen Schaden. Inzwischen wurde die so leicht aufzustemmende Terrassentür mit einem stabilen Außenrollo gesichert. Kosten: 3000 Euro. Das zahlt die Versicherung nicht.

(RP)