Aktuell keine Blaualgen-Gefahr am Unterbacher See

Wasserqualität in Düsseldorf : Weniger Blaualgen im Unterbacher See

Im vergangenen Sommer musste der Nordstrand am Unterbacher See für knapp zwei Wochen wegen Blaualgen schließen. Bevor die neue Badesaison startet, gibt Geschäftsführer Peter von Rappard vorsichtige Entwarnung.

Es war der 30. Juli 2018, als Peter von Rappard, Geschäftsführer des Zweckverbandes am Unterbacher See, und sein Team entschieden, den Nordstrand wegen einer erhöhten Menge an Blaualgen im Wasser zu schließen. Man lag damals zwar noch unter dem Grenzwert der EU-Badegewässerrichtlinie, wollte das Problem aber dennoch zunächst in den Griff bekommen. Rund zwei Wochen später konnte Entwarnung gegeben werden, und der Badebetrieb wurde wieder aufgenommen. „Geschätzt haben wir so in etwa 45.000 Besucher verloren, die in diesem Zeitraum ins Nordbad gekommen wären. Und das zur wärmsten Phase im vergangenen Jahr“, erklärt von Rappard. Bei einem durchschnittlichen Eintrittspreis von drei Euro möchten die Verantwortlichen über den entstandenen wirtschaftlichen Schaden gar nicht lange nachdenken. „Aber die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste geht natürlich vor“, sagt der Geschäftsführer.

Angesichts dieser hohen finanziellen Ausfällen ist die Angst natürlich groß, dass es in diesem Jahr erneut zu Problemen mit den Blaualgen kommt. Am Unterbacher See wurden deshalb jetzt die Wassermessungen außerhalb der Badesaison erhöht, um zu jeder Zeit auf dem aktuellsten Stand zu sein. „Normalerweise finden die Messungen außerhalb der Saison alle zwei Monate statt. Wir messen momentan aber einmal pro Monat“, erzählt Peter von Rappard. Bislang zeigen alle vier Messungen eines Biologen des Stadtentwässerungsbetriebs, dass das Wasser in einem optimalen Zustand sei. „Es wurden hervorragende Werte in unserem Wasser festgestellt. Wir haben noch keinerlei Probleme mit Blaualgen“, freut sich der Geschäftsführer, gibt aber zugleich zu bedenken, dass es sich natürlich um eine Momentaufnahme handelt und die Wetterentwicklung in diesem Sommer erst abgewartet werden muss. „Deshalb sind wir fast täglich am See, um immer auf dem aktuellsten Stand zu sein.“

Blaualgen gehören zu den ältesten Lebensformen der Erde und sind, anders als der Name vermuten lässt, Bakterien ohne Zellkern und keine wirklichen Algen. „Es steckt eine wirklich interessante Wissenschaft dahinter, ein beeindruckendes Phänomen. Aber natürlich ist es in einem See nicht schön, wenn es in Massen auftritt“, meint von Rappard. Denn Blaualgen können beim Kontakt mit der menschlichen Haut verschiedene Symptome auslösen: Reizungen, Bindehautentzündungen, Ohrenschmerzen. Verschluckt man Wasser droht Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Fieber. Besonders bei heißen Temperaturen und in nährstoffreichen Gewässern vermehren sich Blaualgen rasend schnell. So wie 2018 am Unterbacher See oder in den Biotopteichen des Südparks.

Aktuell scheint die kommende Badesaison von solch einem starken Befall wie vor einem Jahr verschont zu bleiben. Die Sichttiefe liegt momentan bei sechs Metern. Ein wirkliches Patentrezept gegen das Entstehen großer Mengen Blaualgen gibt es nicht, da ist sich die Wissenschaft einig. „Es bestünde allenfalls die Möglichkeit, die Algen zu filtern. Das können wir hier aber nicht stemmen“, erklärt von Rappard. Immerhin kann man sich am Unterbacher See auf eine andere, natürliche Art der Filterung verlassen. Die vielen Muscheln, Fische und Planktontiere im Wasser fressen Blaualgen und sorgen für eine verbesserte Wasserqualität.

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