Aktionstag von „Zukunftsmachern“ und Naturfreunden NRW am Sonntag in Düsseldorf

Aktionstag in Düsseldorf : Wir machen es auf dem Hermannplatz

Der zweite Aktionstag von „Zukunftsmachern“ und Naturfreunden NRW am Sonntag findet zentral in Flingern statt.

Sie machen es wieder, auf der Straße, aber auch und vor allem auf dem Hermannplatz. Die Premiere des Aktionstages „Wir machen es – auf der Straße“ im Vorjahr, organisiert von den Naturfreunden NRW und der Initiative „Die Zukunftsmacher“, war noch verteilt auf mehrere Stadtteile, jede der dafür gesperrten Nebenstraßen hatte ein anderes Thema. „Wir hatten aber den Eindruck, die Leute bewegen sich nicht so gerne, deswegen machen wir jetzt eine konzentrierte Aktion“, sagt Elita Wiegand, Kopf der Zukunftsmacher.

Am kommenden Sonntag, 18. August, ist also der Hermannplatz zwischen 12 und 18 Uhr Mittelpunkt des Geschehens, auch Hermann- und Platanenstraße werden zum Teil mit einbezogen in die Aktionsfläche. „Klimawandel, Rechtspopulismus und die Frage, in welcher Zukunft wollen wir leben, werden die beherrschenden Schwerpunkte sein an diesem Tag“, sagt Wiegand. „Ziel ist es, dass die Besucher in einen Dialog treten können mit Menschen, die normalerweise weit oben auf einem Podium sitzen und nicht an ein- und demselben Tisch“, erklärt Talin Kalatas, Projektleiterin bei den Naturfreunden. Dafür haben sich die „Straßenbesetzer“ sogenannte Impulsgeber eingeladen, die Ahnung haben auf ihrem jeweiligen Gebiet, dabei aber offen für neuen Input sind. Diese verteilen sich auf die Straßen der Nachhaltigkeit, der Demokratie und der Zukunft, wobei das Wort Straße dieses Mal symbolisch zu verstehen ist – es handelt sich eher um Bereiche, die einem Oberthema zugeordnet sind.

Iris Witt von der Heinrich-Böll-Stiftung wird am Sonntag ab 17 Uhr auf der Straße der Nachhaltigkeit anzutreffen sein. Sie möchte gerne mit den Menschen über die Vermeidung von Plastikmüll reden, Alternativen aufzeigen, Wege eruieren, wie sich ein Umdenken gerade auch politisch realisieren lässt. „Ich will aufzeigen, wie wir in 20 Jahren gelebt haben werden“, formuliert Witt ihre Vision.

Auf der Straße der Zukunft zeigt Rainer Becker, Gründer von ShowBotixx, ab 12 Uhr wie Roboter das Leben der Menschen erleichtern können. „Ich möchte aber auch prinzipiell von den Menschen wissen, wie weit darf eine technische Unterstützung gehen, welche Ideen haben sie dazu.“ Dass dafür ein Interesse vorhanden ist, hat Becker bei dem Schulprojekt „Create Future“ in Krefeld mitbekommen, als rund 100 Jugendliche in weniger als zehn Stunden erstaunliche Ergebnisse wie einen per App bedienbaren Müll-Roboter zustande brachten.

Patrick Schiffer war mal Bundesvorsitzender der Piraten, das Thema Urheberrecht lässt ihn bis heute nicht los. „Mir geht es aber nicht um Artikel 13, sondern auch um Presserecht, das Recht auf freie Meinungsäußerung allgemein.“ Er hofft, dass nicht nur digital-affine Personen am Sonntag um 16 Uhr den Weg an die Straße der Demokratie finden.

Auch für ein kleines Rahmenprogramm ist gesorgt. Am Food Truck „Eat & Great“ werden kostenlos vegane Falafel Wraps gereicht, und in der Fotobox können Erinnerungsfotos gemacht werden. Ein besonderes Anliegen ist Elita Wiegand die mobile Givebox, „denn immerhin haben wir hier auf dem Hermannplatz vor gut acht Jahren die erste überhaupt in Düsseldorf aufgestellt“. Dass viele davon abgefackelt wurden, sei schade, „dafür ist unsere ja auch mobil“. Sie wird teilweise bestückt sein, Besucher sind aber auch aufgerufen, selbst Dinge mitzubringen, die sie verschenken möchten. Dieses Motto gilt auch für Essen und Trinken an diesem Sonntag: „Optimal wäre es, wenn die Gäste sich weitgehend selbst versorgen würden“, so Wiegand.

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