Aktionstag der Feuerwehr 2019 am Rheinufer in Düsseldorf

Aktionstag : Faszination Feuerwehr

Beim Aktionstag auf dem Burgplatz gab es Vorführungen und Mitmachaktionen. Es kamen 5000 Besucher.

HLF, DL, oder GW-L – das sich hinter diesen kryptischen Abkürzungen ein aufregender und interessanter Beruf versteckt, konnten etwa 5000 Besucher beim Aktionstag unter dem Motto „Feuerwehr – Wir für Düsseldorf“ des Stadtfeuerwehrverbandes am Samstag auf dem Burgplatz erleben. Den ganzen Tag über warteten auf die Interessierten etliche Mitmachaktionen und Vorführungen, die Einblicke in die Arbeit der Feuerwehrleute gaben. Besonders beliebt war die Aktion bei Familien mit kleineren Kindern.

Rund 100 Feuerwehrleute trugen zum Gelingen des Tages bei, der zuletzt 2014 stattfand. „Sämtliche Feuerwehren aus der Stadt sind vertreten. Die Vielfalt ist riesig“, sagt Feuerwehrchef David von der Lieth. Besonders im Vordergrund standen in diesem Jahr die vielen Mitmachaktionen „Uns ist es besonders wichtig, dass man nicht nur zuschauen, sondern auch ausprobieren kann“, so der oberste Feuerwehrmann.

In insgesamt vier große Feuerwehrfahrzeuge konnten Besucher einen Blick werfen. Besonders lange Schlangen gab es für die Einblicke in die Technik des neuen Panther-Löschfahrzeug der Flughafenfeuerwehr. „6000 Liter pro Minute kommen aus den Werfern“, erklärt David Boll von der Flughafenfeuerwehr. Um diese Hochleistungswerfer zu bedienen, brauche es eine spezielle Einweisung, erklärt er den Umstehenden. „Das war sehr cool“, freut sich der fünfjährige Felix, der gerade aus dem über 30 Tonnen schweren Löschfahrzeug klettert. „Man hat viel mehr Platz als in unserem Auto“, sagt seine siebenjährige Schwester Paulina begeistert. Auch den über zwölf Metern hohen Kletterturm haben die beiden schon ausprobiert – natürlich nur mit Sicherung so wie die Höhenretter.

Für den Fotografen Thomas Just ist der Feuerwehr-Tag eine besondere Chance für neue Fotomotive. „Ich habe früher selbst im Rettungsdienst gearbeitet. Das Interesse an der Feuerwehr und ihren Fahrzeugen ist immer noch groß“, so Just über die Entstehung seiner Leidenschaft für Feuerwehr-Fotos.

Daneben konnten Besucher an einem Rettungswagen die Reanimation üben, eigene Feuer löschen und eine Dummy-Puppe in einem Parcours retten. Eine Show mit großen Stichflammen und lauten Explosionen zeigte, weshalb man Spraydosen nie in eine Flamme werfen und Fettbrände nie mit Wasser löschen sollte. Auf dem Rhein führte die Feuerwehr zudem mit meterhohen Fontänen ihr Löschboot vor.

Neben den vielen Mitmachaktionen und Vorführungen war jedoch noch ein weiterer Aspekt besonders wichtig: „Der Tag gilt natürlich auch der Mitgliederwerbung“, so von der Lieth. Die Berufsfeuerwehr sei genauso wie die freiwilligen Feuerwehren händeringend auf der Suche nach Auszubildenden. „Wir haben unsere Ausbildungskapazitäten auf 80 Plätze verdoppelt“, so der Feuerwehrchef. Am großen Informationsstand pflichtet ihm Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies bei: „Besonders Frauen wollen wir ermuntern, diesen Beruf zu ergreifen“. Der Aktionstag sei auch dazu da, zu zeigen, wie der Alltag bei der Feuerwehr aussieht.

Das Nachwuchsproblem kennt auch Maike Vahrenhorst, die die 40-köpfige Werkfeuerwehr von Daimler leitet. „Bei uns gibt es mit den großen Hallen und vielen Autos natürlich andere Herausforderungen.“ Damit zukünftige Feuerwehrleute ein Gefühl davon bekommen, hat Vahrenhorst die mobile Atemschutz-Übungstrecke ihrer Feuerwehr mit auf den Burgplatz gebracht.

An dieser Station erfährt nun auch der 14-jährige Damon, was es bedeutet, als echter Feuerwehrmann zu arbeiten. Seit zwei Jahren ist er voller Begeisterung bei der Jugendfeuerwehr aktiv und will nach der Schule diesen Beruf ergreifen. Zum ersten Mal probierte er auf dem Burgplatz die mobile Atemschutz-Übungsstrecke aus, bei der es mit aufgeschnallten Pressluftflaschen durch einen Hindernisparcours geht. „Das war nicht leicht“, sagt er außer Puste. „Es ist aber ein sehr wichtiger Job und auch die Kameradschaft ist super.“ Für ihn steht deshalb fest: „Die Arbeit bei der Feuerwehr bleibt mein Traumberuf.“

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