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Aktion Weißes Friedensband Düsseldorf

Aktion Weißes Friedensband : Verein setzt starke Zeichen für den Frieden

In Düsseldorfer Schulen und auf der Straße machen die Mitglieder auf Konflikte in der Welt aufmerksam.

Begonnen hat alles mit der Suche nach einem Symbol des Friedens: 2003, zur Zeit des Irakkriegs, machte sich eine befreundete Gruppe von Journalisten privat daran, ein weder von Religion noch Politik abhängiges Zeichen zu finden. Entstanden ist daraus ein Verein, der sich für internationale Verständigung, Menschenrechte und Konfliktlösung einsetzt. Und ein Symbol haben sie gefunden: das weiße Band.

Günter Haverkamp ist von Anfang an im Verein aktiv. Er war dabei, als die Gründungsmitglieder die weißen Bänder auf der Straße verteilt und mit den Menschen über die Situation im Irak gesprochen haben. Und er war Initiator des ersten großen Projekts der Aktion Weißes Friedensband.

„Wie bei vielen Musikbands war auch unser erster Erfolg der größte“, erinnert sich Haverkamp. Die Aktion Rote Hand soll Aufmerksamkeit für das Thema Kindersoldaten erregen. „Wir gehen damit an Schulen, konfrontieren die Schüler mit den Schrecken, die gleichaltrigen zustoßen. Und dann gehen wir mit ihnen nach draußen“, berichtet Haverkamp. Die auf diese Weise sensibilisierten Jugendlichen sind beispielsweise regelmäßig im NRW-Landtag zu Gast, diskutieren mit Politikern und fordern sie dazu auf, mit der Roten Hand ein Statement gegen den Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten zu geben.

„Es ist immer wieder spannend zu beobachten, wie sich die Menschen darauf einlassen“, sagt Haverkamp. Die rote Farbe an der eigenen Hand, das Symbol für Blut und der Abdruck auf dem Papier, quasi als Unterschrift für die Forderung nach Frieden: „Das macht etwas mit den Menschen, erreicht sie auf eine Weise, die im normalen Gespräch nicht möglich ist“, so Günter Haverkamp.

Auch mit anderen Themen tritt der Verein Aktion Weißes Friedensband immer zuerst an Jugendliche: Sexuelle Gewalt, Kinderarbeit auf Tabakfeldern, aber auch Angsträume in Düsseldorf werden besprochen. Danach finden häufig öffentliche Aktionen statt. „Es ist schön, dass in unserer Demokratie so viel möglich ist, aber diese Möglichkeiten werden selten genutzt“, sagt Haverkamp. Er arbeitet intensiv mit Düsseldorfer Schulen zusammen, will den Jugendlichen auch die Möglichkeit zur Teilhabe aufzeigen. Dabei geht er offen vor, spricht schonungslos über Themen wie sexuellen Missbrauch und Kinderarbeit. „Junge Menschen werden von der Gesellschaft oft mit Samthandschuhen angefasst und abgeschirmt. Wir wollen ihnen zeigen, wie es wirklich ist – damit sie den Mut bekommen, etwas zu verändern.“
Dominik Schneider

Infos zur Aktion Weißes Friedensband gibt es unter www.friedensband.de