Air-Berlin-Notlandung in Toulouse: Passagiere aus Düsseldorf warten sechs Stunden auf Weiterreise

Flieger aus Düsseldorf : Passagiere warten nach Notlandung sechs Stunden auf Weiterreise

Ein Flugzeug von Air Berlin auf dem Weg von Düsseldorf nach Malaga mit 118 Passagieren an Bord musste am Mittwoch in Toulouse notlanden, weil der Kabinendruck abgefallen war. Über sechs Stunden mussten die Reisenden auf dem französischen Flughafen warten, bis ein Ersatzflugzeug startklar war.

Der Flug AB3224 war um 9.30 Uhr in Düsseldorf gestartet. Auf dem Internetportal "Flightradar24.com" war zu erkennen, wie der Airbus A321-200 dann über Frankreich von 10.500 auf 2500 Meter Höhe fiel. Wie eine Sprecherin von Air Berlin auf Nachfrage erklärte, kam es in der Maschine zur Verringerung des Kabinendrucks. "Wenn es dazu kommt, setzt der Pilot planmäßig einen Notruf ab und leitet einen kontrollierten Sinkflug ein", sagte sie. Um 11.25 Uhr landete die Air-Berlin-Maschine auf dem Flughafen in Toulouse. Die 118 Passagiere verließen die Maschine der Sprecherin zufolge unversehrt. "Allen geht es gut."

Auf "Flightradar24.com" ist zu sehen, wie das Flugzeug um kurz nach 10.30 Uhr drastisch an Höhe verliert. Foto: Screenshot Flightradar24.com

Air Berlin hat von Düsseldorf aus einen Ersatzflieger losgeschickt. Er sollte ursprünglich zwischen 15 und 16 Uhr in Toulouse landen und die Passagiere spätestens um 17 Uhr weiter an ihr eigentliches Ziel Malaga bringen. Da die Ersatzmaschine aber eine Boeing sei und kein Airbus, dauere das Verladen länger als geplant, sagte die Sprecherin. Für die Wartezeit bekamen die Passagiere der Sprecherin zufolge Gutscheine, damit sie sich mit Essen und Trinken verpflegen konnten. Mit Verspätung hob die Ersatz-Boeing dann um 18 Uhr in Richtung Malaga ab.

Der notgelandete Airbus von Air Berlin wird von Technikern überprüft. Wieso es zur Verringerung des Kabinendrucks kam, ist bisher unklar. Laut Markus Wahl aus dem Vorstand der Pilotenvereinigung Cockpit können beispielsweise undichte Dichtungen, klemmende Türen oder eine technische Fehlfunktion in der Klimaanlage zum Abfallen des Luftdrucks führen. "Das kommt tatsächlich immer wieder mal wieder vor", sagte Wahl unserer Redaktion. Das seien aber eher seltene Ereignisse. "Die Reaktion des Piloten, möglichst schnell tiefer zu fliegen, war richtig", so Wahl weiter. Für alle Beteiligten sei das sicherlich ein spektakuläres Ereignis. Aber: "Das ist Teil der Pilotenausbildung und Routine."

(met)