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Affenpocken: Zwei bestätigte Fälle in Düsseldorf​ - nach Auslandsaufenthalten​

Nach Auslandsaufenthalten : Zwei bestätigte Affenpocken-Fälle in Düsseldorf

In Düsseldorf sind bei zwei Patienten in der Uniklinik Infektionen mit den Affenpocken bestätigt worden. Die Nachverfolgung möglicher Kontaktpersonen ist laut Stadt direkt eingeleitet worden.

Zwei Personen in Düsseldorf sind nachweislich mit den Affenpocken infiziert. Das gab die Stadt am Freitag bekannt. Die beiden Patienten befinden sich in Isolation.

Am späten Donnerstagnachmittag wurden dem Gesundheitsamt die beiden per PCR-Test bestätigten Affenpocken-Fälle durch das Virologische Institut des Universitätsklinikums gemeldet. Die Patienten waren in der Nacht zu Donnerstag in der Notaufnahme der Uniklinik erschienen, weil sie bei sich zu den Affenpocken passenden Symptome festgestellt hatten.

Affenpocken: Ursprung, Ansteckungsgefahr, Symptome und Behandlung

Beide Fälle zeigen bisher nur leichte Verläufe und sind daher nicht stationär aufgenommen worden, sondern befinden sich in häuslicher Isolation. Die beiden Infizierten waren zuvor im europäischen Ausland unterwegs. Die Kontaktpersonennachverfolgung wurde direkt eingeleitet.

Infizierte Personen und enge Kontaktpersonen unterliegen einer 21-tägigen Quarantäne und werden täglich vom Gesundheitsamt bezüglich ihres Gesundheitszustandes kontaktiert.

Personen, die den Verdacht haben, sich mit Affenpocken angesteckt zu haben, sollen sich per E-Mail an die Stadt wenden. Für klinische Untersuchungen sollen sich Betroffene direkt an ihren Hausarzt oder an einen Dermatologen wenden.

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Damit gibt es in NRW nun insgesamt fünf bestätigte Fälle von Affenpocken. Schon am vergangenen Dienstag war die Krankheit bei drei Männern im Alter von 36 bis 45 Jahren in Köln diagnostiziert worden. Ein vierter Verdachtsfall dort habe sich nicht bestätigt, teilte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Freitag auf Anfrage mit.

Zu den Symptomen zählen: plötzlich einsetzendes Fieber, starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten, häufig auch Lymphknotenschwellungen. Typisch ist zudem ein vom Gesicht auf den Körper übergreifender, pockentypischer Ausschlag. Selten treten Erblindung und entstellende Narben als Dauerschäden auf.

Die kursierende Variante des Affenpocken-Virus ruft nach Angaben von Gesundheitsbehörden meist nur milde Symptome hervor, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Es sind zwei Varianten des Erregers bekannt: Die mildere, westafrikanische Variante und die zentralafrikanische Variante. Bei allen bisher genetisch analysierten Proben handelte es sich um die westafrikanische Erreger-Variante.

Affenpocken sind eine auf ein Virus zurückgehende Erkrankung. Der Erreger wurde erstmals 1958 in einem dänischen Labor bei Affen nachgewiesen - daher der Name Affenpocken. Fachleute vermuten allerdings, dass der Erreger eigentlich in Hörnchen und Nagetieren zirkuliert, Affen gelten als sogenannte Fehlwirte.

(csr)