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Zu voll, zu spät: Ärger um Bahnen zur Uni

Zu voll, zu spät : Ärger um Bahnen zur Uni

Überfüllt, verspätet, unplanmäßig – gut ein Jahr nach der Erweiterung der U-Bahnlinie 79 bis zur Universität gibt es immer noch allmorgendliche Probleme. Frühere Anfangszeiten an der Uni verschärfen das.

Überfüllt, verspätet, unplanmäßig — gut ein Jahr nach der Erweiterung der U-Bahnlinie 79 bis zur Universität gibt es immer noch allmorgendliche Probleme. Frühere Anfangszeiten an der Uni verschärfen das.

Morgens 7.50 Uhr in Düsseldorf. Sabrina Ivanova steht an der U-Bahnhaltestelle Nordstraße, Fahrtziel Universität. Um 8.30 Uhr beginnt ihr Seminar. Dann der Hinweis auf der Anzeigetafel: "Wegen eines Wagenausfalls auf der Linie der U 79 kann es zu Verspätungen kommen".

Ivanova seufzt. Verspätete Bahnen ist sie schon gewohnt — obwohl die 28-Jährige erst seit Oktober die Strecke zur Universität zurücklegen muss. Die Studentin betrachtet das humorvoll: "Ich gehe jeden Morgen aus dem Haus zur Haltestelle und schaue mal, was der Tag so bringt".

So sehen es viele. Manche Studenten ziehen mittlerweile auch das Fahrrad vor, weil es ihnen in Straßen- und U-Bahnen zu eng ist und die Abfahrtszeiten schwer zu kalkulieren sind.

Nicht pünktlich zur Vorlesung

Für Sabrina Ivanova heißt es jetzt erst einmal zum Hauptbahnhof kommen, von dort aus fährt die Straßenbahn 707 zur Uni. Die braucht jedoch länger als die U-Bahn. Pünktlich kommt man nun nicht mehr zur Vorlesung. Rebecca Wolff (26) fährt trotzdem lieber mit dieser Verbindung. "Die U-Bahn ist mir einfach zu voll", sagt die Chemiestudentin. "Manchmal kommt man gar nicht mehr hinein". Besonders problematisch sei es geworden, seit die Univeranstaltungen um 8.30 Uhr beginnen statt um 9.15 Uhr. Denn jetzt kommen auch noch Schüler und Berufstätige hinzu, die mit der U-Bahn zur Arbeit fahren. "In den Seminaren tröpfeln viele etwa bis 9 Uhr noch herein, weil die Bahnen sehr oft verspätet sind", ist Wolffs Erfahrung.

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Dabei sind zu viele Passagiere auch häufig Grund für die Verspätungen. Denn bei Überfüllung können die Türen oft nicht mehr schließen und nur schwer öffnen. "Wegen Gedränge kam es auf der Linie 707 zu Verspätungen, da die Bahnen nicht rechtzeitig abfahren konnten", sagt eine Rheinbahn-Sprecherin. Die Verspätung sei ab einer Dauer von 15 Minuten auch nicht mehr einzuholen und setze sich über den gesamten Linienweg fort.

Auch die Rheinbahn scheint der Lage nicht Herr zu werden. "Wir setzen auf der Strecke vom S-Bahnhof Bilk bis zur Universität Ersatzwagen ein", teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Sie verkehren auf dieser Strecke montags bis freitags von 7.30 bis 10.30 Uhr sowie von 14.30 bis 17.30 Uhr etwa im Zehn-Minuten-Takt. Wirkliche Entlastung scheint das jedoch nicht zu bringen. Schließlich studieren seit Beginn des Wintersemesters fast 20 000 Studenten an der Düsseldorfer Uni. Das sind — auch wegen des doppelten Abiturjahrgangs — rund 4000 mehr als noch im Semester zuvor. Die Rheinbahn appelliert daher an die Fahrgäste, eine Bahn früher oder später zu nehmen, anstatt durch Gedränge für Verspätungen zu sorgen.

"Am Montag hatte die U 79 mehr als eine Stunde Verspätung, weil es in einem Wagen Probleme mit der Elektronik gab", weiß auch Yasemin Akdemir, Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Der AStA steht deshalb auch mit der Rheinbahn in Gesprächen. "Das Problem bei der U 79: Die Bahn ist oft schon auf Duisburger Stadtgebiet verspätet", sagt Akdemir. Der Ausschuss will sich daher auch für Einsatzwagen auf den Buslinien 835 und 836 einsetzen. "Zumindest bis zur Christophstraße sollten sie fahren, das wäre schon eine Verbesserung", findet Akdemir.

(vpa)