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Ärger über Gedränge am Airport in Düsseldorf

Flughafen in Düsseldorf : Ärger über Gedränge am Airport

Zwei Passagiere berichten, wie es bei der Fahrt im Bus zum Flughafenbahnhof und bei der Einreise an der Passkontrolle zu eng wurde. Sie machen sich Sorgen um die Corona-Vorsorge. Der Flughafen bedauert die Vorkommnisse.

Am Flughafen ist es am Sonntag in zwei unterschiedlichen Situationen zu engen Ansammlungen von Menschen gekommen. Zwei Passagiere dokumentierten das Geschehen und wandten sich in Sorge über eine erhöhte Ansteckungsgefahr an unsere Redaktion.

Im ersten Fall schildert Daniel A. (der vollständige Name ist der Redaktion bekannt), wie sich am Mittag nach der Landung seines Flugzeugs aus den Seychellen eine Schlange vor der Passkontrolle für Nicht-EU-Bürger bildete. „Die Zustände waren katastrophal. Es bildete sich eine riesige Traube und es wurde kein Abstand gehalten. Masken wurden vielleicht von der Hälfte der Personen getragen.“ Und es habe keine Ordnungskräfte gegeben, die sich um Einhaltung der geltenden Regeln gekümmert hätten. Daniel A. sei froh gewesen, dass er als EU-Bürger nicht anstehen musste. „Ich bin geschockt über diese Zustände am Düsseldorfer Flughafen. Das hatte Hotspot-Potenzial“, sagt er mit Blick auf die leichte Übertragung des Coronavirus in solchen Situationen. Besondere Absurdität am Rande: Zur Schlange kam es auch aufgrund zusätzlicher Vorsichtsmaßnahmen wegen der Pandemie. So wurden die Einreisenden laut Daniel A. nach Coronatests gefragt und es wurden Anschrift, Flugdaten und vorherige Unterkünfte abgefragt.

Am Abend dann geriet Jörn Finger an der Bushaltestelle für den Skytrain-Ersatzverkehr in ein Gedränge, das sich auch während der 15-minütigen Fahrt zum Bahnhof fortsetzte. „Das grenzt mit hoher Wahrscheinlichkeit an eine Gefahr für die Gesundheit der Passagiere und ist in keiner Weise mit den Corona-Hygieneregeln und mit einem guten Kundenservice zu vereinbaren.“

Finger berichtet, um 17.50 Uhr an der Bushaltestelle eingetroffen zu sein, seinen Zug nach Duisburg wollte er um 18.09 Uhr erreichen, was aus seiner Sicht mit dem Skytrain möglich gewesen wäre. Um 18.15 Uhr wartete Finger nach eigenen Angaben jedoch immer noch auf den Bus, inmitten von 43 weiteren Menschen, wie er sagt. Um 18.20 Uhr sei dann ein „absolut überfüllter“ Bus abgefahren. Fenster seien nicht zu öffnen gewesen. Nicht alle Fahrgäste hielten sich laut Finger an die Maskenpflicht. Und: Diese Situation am Sonntagabend sei kein Einzelfall gewesen, sondern habe sich in den vergangenen Wochen bereits „grenzwertig“ entwickelt. Auch werktags früh am Morgen sei es schon sehr voll in den Bussen geworden, sagt der Vielflieger. Durch Situationen wie diese sei es kein Wunder, das Infektionsketten meistens nicht mehr nachverfolgt werden könnten.

Zum Hintergrund: Montags bis samstags verkehrt der Sky-Train momentan im Betriebszeitraum von 6 bis 22 Uhr mit zwei Zügen. In den übrigen Betriebszeiten (3.45 bis 6 Uhr und von 22 bis 0.45 Uhr) sowie sonntags fahren Busse als Ersatz.

Der Flughafen bedauert die Vorkommnisse in einer Antwort auf Nachfrage unserer Redaktion. Sprecher Christian Hinkel sagt, dass grundsätzlich versucht werde, die Taktung des Sky-Trains und des Ersatzverkehrs je nach Passagieraufkommen anzupassen. „Leider ist dies in kurzfristigen Verkehrsspitzen nicht immer in der manchmal knappen Vorlaufzeit machbar.“ Bei der geschilderten Lage am Sonntagabend hätten laut Hinkel zwei Busse im Einsatz sein müssen, was einer Taktung von etwa zehn bis 15 Minuten entspreche. Laut Finger habe ein Bus während der Wartezeit allerdings nur Fahrgäste herausgelassen und keine neuen aufgenommen.

Flughafensprecher Hinkel beschreibt zudem einen „Spagat zwischen Kosteneinsparung und Weiterführung von Prozessen bei niederem Passagier- und Verkehrsaufkommen“. Das sei nötig, um „die akuten finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Airport abzufedern“, alle Möglichkeiten zur Liquiditätssicherung müssten ausgeschöpft werden. Dazu zähle neben Kurzarbeit auch der Sky-Train-Betrieb. „Wir bitten hierfür in dieser außergewöhnlichen Zeit um Verständnis.“

Hinkel ergänzt, dass laut Coronaschutzverordnung des Landes Maskenschutz ausreiche, wenn Mindestabstände durch die räumliche Situation nicht eingehalten werden könnten. Das sagt er auch zur Menschentraube bei der Passkontrolle. Dort sei allerdings die Bundespolizei zuständig, was eine Sprecherin bestätigt. Zum konkreten Fall konnte sie am Montagabend noch nichts sagen.

Laut Hinkel gehe die Mehrheit der Passagiere verantwortlich mit der Situation um.