Düsseldorf: Achenbach-Pleite: Rheingold nicht betroffen

Düsseldorf : Achenbach-Pleite: Rheingold nicht betroffen

Insolvenzverwalter Marc D'Avoine sucht weiter nach einem Käufer für die Monkey's-Restaurants.

Die Kunstgegenstände aus der Sammlung Rheingold sind nicht von den Insolvenzanträgen dreier Firmen der Achenbachgruppe betroffen. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter der Achenbachgruppe, Marc D'Avoine, gestern mit. Zunächst war unklar, welche Kunstwerke in den Lagern und in diversen Museen in Bestand von Rheingold fallen und welche gegebenenfalls Teil der Insolvenzmasse sind. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters stellte gestern klar, dass trotz finanzieller Verflechtungen von Helge Achenbach und der Sammlung Rheingold deren Kunstwerke nicht Teil des Bestandes der insolventen Firmen "State of the Art AG", "Achenbach Kunstberatung" oder "Monkey's" sind. Rheingold ist eine Sammlung von Objekten moderner Kunst.

Der Kunstberater Helge Achenbach sitzt seit Juni in Untersuchungshaft. Die Witwe des Aldi-Erben, Berthold Albrecht, Babette Albrecht, wirft ihm Betrug bei Kunstgeschäften vor. Anfang August mussten drei Firmen von Helge Achenbach Insolvenzantrag beim Amtsgericht stellen, weil sie zahlungsunfähig sind.

Seit gestern steht auch fest, dass Kunst aus den Beständen der Achenbachgruppe, die derzeit an verschiedene Museen ausgeliehen ist, trotz der Insolvenz weiter dort verbleiben kann. "Solange Verträge laufen und von beiden Seiten erfüllbar bleiben, können versicherte Gegenstände grundsätzlich in Museen oder an gesicherten Orten bleiben; das ist eine Frage des Einzelfalls", sagte Marc D'Avoine.

Der Insolvenzverwalter hat eine erste Schätzung der Bestände vorgenommen. Diese soll in den nächsten Wochen von externen Sachverständigen verifiziert werden. Erst nach der Bewertung der Gegenstände sollen sie zu "angemessenen Bedingungen verkauft werden". Das soll zum Teil durch Einzelverkäufe, zum Teil durch eine Auktion geschehen können, was aber noch nicht entschieden sei. Der weitere Weg werde mit den Gläubigern und dem Gericht abgestimmt. Die drei Monkey's-Restaurants am Graf-Adolf-Platz 15 haben unverändert Betriebsferien, teilte D'Avoine mit. "Interessenten für die Übernahme sind vorhanden, allerdings sind die Gespräche noch nicht aus einem frühen Verhandlungsstadium hinausgekommen. Aus Datenschutzgründen kann zu den Interessenten nichts veröffentlicht werden, aber die Gespräche laufen intensiv", sagte D'Avoine. Derzeit würden außerdem Verflechtungen der "komplexen Gruppenstruktur" der Achenbachfirmen geprüft, hieß es.

(RP)