Düsseldorf: Achenbach-Gruppe stellt Insolvenz-Antrag

Düsseldorf : Achenbach-Gruppe stellt Insolvenz-Antrag

Die zur Achenbach-Gruppe gehörenden Gesellschaften "State of the Art", "Achenbach-Kunstberatung" und "Monkey's" haben am Donnerstag beim Düsseldorfer Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt.

Vorstand Benjamin Achenbach erklärte, man habe nun nach Prüfung und juristischer Beratung festgestellt, dass die Gesellschaften zahlungsunfähig sind. Helge Achenbach, der Gründer der Gesellschaften, sitzt seit Pfingsten in Untersuchungshaft, ihm wird Betrug beim Verkauf von Kunstwerken und Oldtimern vorgeworfen. Als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht den Anwalt Marc d'Avoine aus Ratingen.

Als Ursache für die Zahlungsunfähigkeit nannte Benjamin Achenbach die gerichtlichen Verfügungen. Dadurch würden "wesentliche Vermögenswerte" blockiert, zudem seien Kunstwerke und Konten gepfändet. Folglich könnten die Gesellschaften weder Rechnungen bezahlen noch Kunstobjekte verkaufen. Nun seien eine Planinsolvenz und die Sanierung der Gruppe das Ziel. Zudem sei es durch die Einleitung des Verfahrens möglich, die Ansprüche ordentlich zu prüfen und Ruhe in die Angelegenheiten zu bringen.

Ein Sprecher wollte nichts dazu sagen, ob die genannten gerichtlichen Verfügungen im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Achenbach stehen. Auch eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Essen wollte sich nicht dazu äußern, ob es im Zuge der Ermittlungen zu "vorläufigen Sicherungsmaßnahmen" gekommen sei.

Helge Achenbach (62) war am 10. Juni nach der Rückkehr von einer Kunstaktion im WM-Quartier der Deutschen Nationalmannschaft in Brasilien festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, Kunstwerke und Oldtimer mit verdeckten Preisaufschlägen und gefälschten Rechnungen an den Aldi-Erben Berthold Albrecht weiterverkauft zu haben. Er sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft.

Mit einer angestrebten Planinsolvenz wolle man die Sanierung der Gruppe erreichen. "Vermögenswerte sollen wertschonend veräußert werden, um die Gruppe zu stabilisieren", hieß es. Unter dem Schutz des Insolvenzverfahrens solle vor allem das vorhandene Kunstvermögen erhalten und bestmöglich verkauft werden. Helge Achenbach sei an allen drei Unternehmen als Minderheitsgesellschafter beteiligt, sagte der Sprecher. Wer die anderen Gesellschafter sind, wurde nicht bekannt. Betroffen von der Insolvenz seien insgesamt 20 Mitarbeiter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kunstberater und Ex-Fortuna-Präsident: Das ist Helge Achenbach

(RP)