Düsseldorf: Abschied von Barbara Heinersdorff

Düsseldorf : Abschied von Barbara Heinersdorff

Familie, Freunde und Weggefährten nahmen in der Evangelischen Kirche Urdenbach Abschied von Theaterchefin Barbara Heinersdorff, die am Heiligen Abend mit 81 Jahren verstorben war. Viele Schauspieler erwiesen der beliebten Prinzipalin die letzte Ehre, darunter Anja Kruse, Dorkas Kiefer, Claudia Rieschel, Simone Rethel, Hugo Egon Balder und Karsten Speck, für den sie "meine Mama aus dem Rheinland war". Gekommen waren auch RP-Herausgeber Manfred Droste, die Witwe des verstorbenen RP-Herausgebers Gottfried Arnold, Irene Arnold, Architekt Walter Brune sowie die ehemaligen Kulturdezernten Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff und Bernd Dieckmann.

Bei der Trauerfeier mit Pfarrer Matthias Köhler musizierten Stefan Vörding (Trompete) und Frederik Punsmann (Orgel) Werke von Torelli, Telemann und Haydn. Einige Trauergäste sprachen persönliche Abschiedsworte. Franz Xaver Ohnesorg, Intendant des Klavierfestivals Ruhr, erzählte von seiner ersten Begegnung mit Barbara Heinersdorff bei einem Frühstück im Hause Millowitsch vor 33 Jahren. Damals bereitete er die Eröffnung der Kölner Philharmonie vor. Später besuchte er stets die Premierenfeiern im "Theater am Dom", das Inge Durek und Barbara Heinersdorff erfolgreich leiteten. "Du warst ein unglaublich lebenskluger Mensch", sagte er, "eine Kommunikations-Unternehmerin, eine wunderbare Gastgeberin". Der Frankfurter Theaterdirektor Claus Helmer wandte sich direkt an die Verstorbene: "Dein Seele schwebt hier noch irgendwo. Du hattest ein schönes, reiches Leben und konntest so herzlich lachen." Er bat die Anwesenden, sich zu erheben und Barbara Heinersdorff einen letzten Applaus zu spenden. Dabei hatte manch einer Tränen in den Augen. David Hober, ältester Freund von René Heinersdorff, erinnerte sich an viele Ferien am Gardasee und sprach von ihrer "atemberaubenden Liberalität und Toleranz". Dann trat Marianne Rogée an den Sarg. Die Schauspielerin verlas Grußbotschaften ihrer Kollegen Thomas Fritsch, Sabine Postel und Heidelinde Weis, von Intendanten-Witwe Eva Stroux und dem früheren Schauspielhaus-Geschäftsführer Alexander von Maravic. Sie bedankte sich im Namen aller Theaterleute: "Barbara, du warst großartig." René Heinersdorffs Abschiedsgabe für seine sportbegeisterte Mutter: Er ließ einen Tennisball ins offene Grab fallen.

(RP)