Bodo Eckehard Strauer geht in Rente: Abschied vom Herz-Spezialisten

Bodo Eckehard Strauer geht in Rente: Abschied vom Herz-Spezialisten

Vor 22 Jahren übernahm Bodo Eckehard Strauer an der Uni-Klinik die Leitung der Kardiologie. Mit bahnbrechenden Studien und innovativen Therapien entwickelte er sich zu einem Herz-Spezialisten und Forscher von Weltruf. Am Freitag bekam er seine Ruhestandsurkunde.

Er kann sich ohne Weiteres Spezialist für Herzensdinge nennen: Bodo Eckehard Strauer. Der 66-Jährige Kardiologe und Forscher, der 22 Jahre als Direktor die Kardiologie, Pneumologie und Angiologie an der Uni-Klinik leitete, blickt auf eine Bilderbuchkarriere zurück.

Mit hunderten Publikationen, innovativen Therapien und Wissenschaftspreisen ist er über die Grenzen Deutschlands als Spezialist für Hochdruckherz-, Herzkatheter- und Stammzelltherapie bekannt. Am Freitag übergab Hans Michael Piper, Rektor der Heine-Universität, ihm die Ruhestandsurkunde.

Es war 2001, als Strauer die internationale Fachwelt verblüffte und Patienten Hoffnung gab: Mit einem Katheter transplantierte er einem 46-jährigen Patienten nach Herzinfarkt aus dessen Knochenmark entnommene Stammzellen ins Infarktgebiet. Bereits abgestorbene Teile des Herzens konnte er so zu neuem Leben erwecken ­ - eine Sensation. "Er gehört zu den Pionieren auf diesem Gebiet”, so Piper.

Die Stammzellen-Transplantation war nur ein Höhepunkt der beachtlichen Karriere des Arztes und Wissenschaftlers, dem die Vorbeugung im Kampf gegen den Herztod wichtigstes Anliegen war. Allein am Bluthochdruck, der Herzinfarkte oder Schlaganfälle zur Folge haben kann, leiden rund 18 Millionen Menschen. "Eine Volkskrankheit und wie meine Studenten sagen, ein besonders leiser Killer”, so Strauer.

Die Früherkennung und -behandlung forcierte er daher. Bei der Behandlung von Patienten sei es wichtig, nicht nur genetische Faktoren und Raucher-Verhalten, sondern auch Schilddrüsenerkrankungen oder dickes Blut zu berücksichtigen: "Auch diese Faktoren können das Herz belasten.”

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Geboren wurde Strauer 1943 in Babelsberg. In München und Göttingen studierte er Medizin, wo er im Alter von 23 Jahren promovierte und sich mit 30 Jahren habilitierte. Bereits 1975 wurde er Gutachter bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Von 1974 bis 1984 arbeitete Strauer als Oberarzt am Klinikum Großhadern in München und ab 1980 als Professor an der Uni München, bevor er für drei Jahre nach Marburg wechselte.

Die Kardiologie der Uni-Klinik leitete Strauer ab 1987, von 1995 bis 2003 war er der stellvertretende Ärztliche Direktor. In den 22 Jahren kümmerte er sich um die Erforschung und Behandlung des Hochdruckherzens, um Herzmuskelentzündungen und die Stammzellentransplantation nach Herzinfarkten.

Diese Methode zählt er zu seinem wissenschaftlichen Hauptanliegen und hofft, dass die innovative Behandlungsmethode auch nach seinem Ausscheiden an der Uni-Klinik praktiziert und erforscht werden wird.

Die kardiologische Ära an der Uni-Klinik endet für Strauer spätestens am 8. Mai, wenn er seine Abschiedsvorlesung hält: "Mir liegt viel daran, dass auch künftig die Versorgung der Düsseldorfer Patienten so gut ist, dass wie bisher die Lebenserwartung verlängert wird.” Ruhig wird es um ihn nicht: "Eine Gastprofessur in Rostock, viel Studien und auch eine Beratertätigkeit stehen an.”

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