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Abi-Scherze und Autokorsos: Abi 2011: Schnee und Raubtiere

Abi-Scherze und Autokorsos : Abi 2011: Schnee und Raubtiere

Am letzten Schultag vor den Abiturprüfungen feierten die Düsseldorfer Abiturienten noch einmal ganz ausgelassen. Die Abi-Scherze und Autokorsos machten teilweise ein Einschreiten von Polizei und Ordnungsamt erforderlich.

Mit bunten Kostümen, Autokorsos und vor allem mit den traditionellen Abi-Scherzen feierten gestern die Düsseldorfer Abiturienten ihren letzten Schultag vor den Abiturprüfungen. Während der letzten Schulwoche — der "Mottowoche" — wurde die Geduld der Lehrer und Schulleiter offenbar gehörig strapaziert, zu Einsätzen von Polizei und Ordnungsamt kam es in Einzelfällen: Einige Fahrer aus den Autokorsos der Innenstadt wurden mit Bußgeldern belegt, und am Ursulinen schritt das Ordnungsamt ein, um die Ritterstraße und die Schule wieder befahr- und begehbar zu machen. Gegen Mittag war dann alles vorbei, die Abiturienten bekamen ihre Zulassung zu den Prüfungen. Ende Juni werden die Abiturzeugnisse übergeben.

Görres-Gymnasium

"Pirates of the KörABIean — 13 Jahre Ruhm" lautete das Motto beim Görres an der Königsallee. "Die Stimmung ist wunderbar und entspannt, und eigentlich denkt noch keiner an die Prüfungen im Mai", sagt Abiturient Christian Balloff (18). "Die Lehrer und die Schulleitung waren an den Mottotagen diese Woche auch entspannt." Mit ihrem Abi-Scherz wollen die Schüler aber noch bis zum Sommer warten. "Dann haben wir alle nicht so viel Stress", erläutert Luisa Schneider (19). "Wir wollen heute aber auch noch feiern. Gleich geht es mit dem Autokorso los."

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Luisen-Gymnasium

In der Aula des Luisen in der Karlstadt tagte unter dem Motto "Hakuna Matabi" ein "Dschungelgericht". Vor dieses stellten die als wilde Tiere verkleideten Abiturienten ihre Lehrer. Sie erwarteten von den Schülern mehr als von sich selbst, sie schläferten die Schüler ein und tyrannisierten sie — so lauteten einige der Vorwürfe, die die Anklage gegen die Lehrer erhob. Die meisten Lehrer konnten die Vorwürfe nicht entkräften und landeten im "Dschungelgefängnis". Anschließend wurden ihnen verschiedene Aufgaben gestellt. Wer diese erfüllte, wurde freigelassen. Um ihre Freilassung zu erwirken, trugen die Lehrer Zungenbrecher vor, pusteten Luftballons auf und rappten. Den Höhepunkt des Vormittags bildete der Auftritt von Schulleiter Wolfgang Mesenholl, der "Für dich" von Yvonne Catterfeld sang. Am Schluss wurde allen Lehrern die Freiheit geschenkt. "Wir wollten ein Paar Geschichten, die im Dschungel spielen, miteinander verbinden", sagt Samanta Olejnik (19), die den Abistreich mitorganisierte. "So kamen wir auch auf das Dschungelgericht." Die Schüler hätten für die Organisation nur drei Wochen Zeit gehabt.

St.-Ursula-Gymnasium

Abistreich der ungewöhnlichen Art auf der Ritterstraße: Etwas Besonderes hatte sich der Abiturjahrgang des Ursulinen in der Altstadt für den letzten gemeinsamen Schultag überlegt. Obwohl Schulleiter Michael Baltes am Donnerstag gedroht hatte, den Abi-streich und die Feier auf dem Schulhof abzusagen, traf sich die 13. Jahrgangsstufe bereits um halb sieben auf der Ritterstraße und nahm zehn Kubikmeter Schnee von der Skihalle in Neuss entgegen. Der Schnee wurde von den Schülern vor die Türen des Erweiterungsbaus geladen. Eine halbe Stunde konnten die anderen Klassen durch die Schneeberge aus dem Gebäude gehalten werden — bis das Ordnungsamt die Straße räumen ließ und die übrigen Schüler zum Unterricht schickte. Am Nachmittag feierten die Abiturienten auf dem Schulhof mit den Lehrern und einem kleinen Bühnenprogramm weiter.

Suitbertus-Gymnasium

Passend zum Motto "ABIer — Bildung nach Maß", das auf das Münchner Oktoberfest anspielte, verwandelten die Abiturienten des Erzbischöflichen Suitbertus-Gymnasiums in Kaiserswerth den Flur vor dem Lehrerzimmer in einen bayrischen Kuhstall. Sportlehrer Michael Neutzer nahm den Abi-Scherz mit Humor: "Es passt zum Thema, und das bayrische Frühstücksbuffet kam bei den Kollegen gut an." Insgesamt zwei Monate hatten die Schüler den Tag geplant, sechs Stunden hatten sie allein am Donnerstag für die Vorbereitung gebraucht. "Aber es hat sich gelohnt", sagt die 19-jährige Organisatorin des Tages, Verena Ludwig.

Theodor-Fliedner-Gymnasium

Auch am Fliedner in Kaiserswerth brachte die Stufe 13 den Schulalltag durcheinander. Das Motto: "Abinauten — wir greifen nach den Sternen". Dem Leitspruch entsprechend war auch die Schule für den Abistreich geschmückt worden, mit Alufolie und Sterngirlanden. Ein Raumschiff aus Stühlen, Tischen und Alufolie, sowie mit Wasser gefüllte Becher unter dem Plakat "Wir greifen nach den Sternen, ihr greift nach den Bechern" versperrten den Weg ins Lehrerzimmer. Auch die Abinauten waren verkleidet — ob als Astronaut, Außerirdischer oder Raumschiff. Nachdem Schüler und Lehrer mit Wasserpistolen aus dem Unterricht getrieben worden waren, versammelten sich alle in der abgedunkelten Aula zum "Lehrerwettbewerb". Dabei traten zwei Teams gegeneinander an. Das Finale bildete eine Runde der Kindersendung Eins, zwei oder drei zum Thema Weltraum, bei der man sich immer für eine von drei Antworten entscheiden muss. Das Lehrerteam mit den wenigsten Sternen musste ein Ständchen halten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Düsseldorfer Abiturienten feiern Ende der Schulzeit

(RP)