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„A Christmas Carol“ in Düsseldorf - Weihnachtsklingen statt Weihnachtssingen in der Tonhalle

Charles Dickens’ „A Christmas Carol“ in Düsseldorf : Weihnachtsklingen statt Weihnachtssingen in der Tonhalle

Mehr als 1000 Zuschauer, darunter viele Vorschul- und Grundschulkinder, kamen am Sonntag in die Tonhalle in Düsseldorf, um dort Charles Dickens’ „A Christmas Carol“ als Orchesterhörspiel zu schauen. Wegen Corona wurde auf den Chor verzichtet.

Gut eine Stunde von Charles Dickens’ „A Christmal Carol“ war verstrichen, da wurde es unter den hunderten Grund- und Vorschulkindern in der Tonhalle unruhig: Weihnachtsgriesgram Ebenezer Scrooge hatte seine nächtliche Erscheinung, die drei Geister der Weihnacht versuchten ihn auf den rechten Weg zu weisen. Das untermalte das Jugendsinfonieorchester der Tonhalle Düsseldorf mit dramatischer Musik. Da hüpften die Kinder von ihren Sitzen, einige kuschelten sich an die Oma oder den Papa. Sicher ist sicher. Doch am Ende ging alles gut aus.

Die Verantwortlichen der Tonhalle hatten sich gefragt: „Wie kann und darf man überhaupt noch in großer Gemeinschaft den Advent musikalisch feiern?“ Ein Ergebnis der Überlegungen: Aus dem „Weihnachtssingen“ wurde ein „Weihnachtsklingen“. Zunächst wurden am Eingang 2G-konform alle Impfnachweise und Ausweise genau kontrolliert. Im Innern wurde es dann teilweise etwas wuselig, etwa an der Garderobe. Die gewünschten 1,50 Meter Abstand waren dort eher Wunschdenken.

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Einer mit ihren Enkeln angereisten Großmutter war es dann auch etwas mulmig zumute. „Die vielen kleinen Kinder könnten das Virus verteilen, geimpft sind die ja nicht.“ Aber das Erlebnis mit ihren Enkeln habe sie sich dann doch nicht entgehen lassen wollen. Sie hatte ich extra eine besonders dichte FFP3-Maske besorgt, mit Ventil. „So lässt es sich dahinter einigermaßen aushalten.“

Bis Freitag hätte man rund 1100 Tickets für die Veranstaltung verkauft, sagte Tonhallensprecherin Marita Ingenhoven. „Ein paar dürften bis Sonntag noch dazugekommen sein, es waren noch einige Reservierungen offen.“ Beim Thema Coronaschutz habe man sich in einer Grauzone befunden, sagte Ingenhoven. In der seit Samstag gültigen Coronaschutzverordnung stehe zum Thema Gesang und Chorproben nichts. „In einer früheren Verordnung ist das mal ganz explizit geregelt gewesen.“

 Mehr als 1000 Zuschauer waren zum Weihnachtsklingen in die Tonhalle gekommen.
Mehr als 1000 Zuschauer waren zum Weihnachtsklingen in die Tonhalle gekommen. Foto: Christoph Schroeter

Tatsächlich kam die Aufführung dann ganz ohne Chor aus. „Das haben unsere Konzertpädagoginnen von Anfang an so konzipiert, dass es auch ohne gemeinsames Singen funktioniert“, sagte Ingenhoven. Gut umgesetzt wurde das von dem Kölner Henrik Albrecht komponierte Orchesterhörspiel vom Jugendsinfonieorchester unter Leitung von Dirigent Ernst von Marschall und drei Mitgliedern des Theaters Kontra-Punkt: Frank Schulz schlüpfte in die Rolle des kaltherzigen Ebenezer Scrooge,  Annette Bieker stellte sich ihm als seine warmherzige, verschmitzt zwinkernde Nichte gegenüber und Alexander Steindorf mimte Scrooges unterbezahlten Angestellten Bob Cratchit.

Um die Kinder im Publikum mit einzubeziehen, wurde eine Wichtelaktion ins Leben gerufen. Mehr als 600 Düsseldorfer Grundschulkinder hatten im Vorfeld für das Tonhallen-Publikum klingende Geschenke gebastelt. Diese Glöckchen, Klangstäbe und Schellen durfte die Kinder - und einige Erwachsene - dann einsetzen, um die Turmuhr im Stück eins, zwei und drei schlagen zu lassen. Eine gute Idee, wie sich zeigte, denn dadurch wurden viele der jungen Besucher wieder aufmerksam, für die das knapp anderthalb Stunden dauernde Stück dann doch etwas zu lang gewesen wäre.

Viele im Publikum hatten es schon geahnt – schließlich wurde das Stück von Charles Dickens bereits 1843 veröffentlicht: Aus dem griesgrämigen Ebenezer Scrooge wurde schließlich ein Weihnachtsfan und Wohltäter. Und so gab es am Ende einen donnernden Applaus, besonders von den kleinen Besuchern. „Ebenezer Scrooge“-Darsteller Frank Schulz sagte dann: „Wir haben natürlich eine Zugabe vorbereitet. Weil die aber zwei Stunden dauert, machen wir die nächstes Jahr.“ Dann hoffentlich wieder als Weihnachtssingen.