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Düsseldorf: 805 Kinder mussten in Obhut genommen werden

Düsseldorf : 805 Kinder mussten in Obhut genommen werden

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die zumindest für eine gewisse Zeit in Schutz genommen werden müssen, steigt weiter: Nach aktuellen Zahlen des Landesamtes für Statistik brauchten 812 unter 18-Jährige im vergangenen Jahr den Schutz des Jugendamtes in Düsseldorf.

805 davon mussten in Obhut genommen werden — das heißt, dass sie in ein Heim, eine Familie, eine therapeutische Einrichtung oder ins Kinderhilfezentrum Eulerstraße gebracht werden mussten.

Im Jahr davor lag die Zahl noch bei 595 Inobhutnahmen; sie steigt seit zehn Jahren kontinuierlich. Damit liegt Düsseldorf sowohl im Landes- als auch im Bundestrend: Die Jugendämter greifen immer häufiger ein, holen auch Kleinkinder schneller aus Familien als noch im Jahr 2002 — zum einen alarmiert von Kindstötungen und -misshandlungen, zum anderen von einer steigenden Zahl von Anzeigen.

"Wenn wir einen Verdacht auf Misshandlung oder Gefährdung haben, muss ein Kind aus der Familie geholt werden", sagt Klaus Kaselowsky vom Jugendamt. "Das macht aber nur einen kleineren Teil aller Inobhutnahmen aus." Etwa 250 sind es jedes Jahr. "Der größere Teil wird uns von der Polizei gebracht." Dabei handelt es sich meist um Kinder, die ohne Ältere auf der Straße auffallen, um Klaukinder und Klein-Kriminelle, die meistens nur wenige Stunden oder Tage in Obhut kommen. "Auch sie werden von dieser Statistik erfasst", so Kaselowsky, "obwohl sie nicht aus Düsseldorf kommen, sondern von Düsseldorf als Oberzentrum angezogen werden." Teenager, die von zu Hause ausreißen, zählen dazu, auch Kinder und Eltern, die selbst zum Jugendamt gehen und um Hilfe bitten, weil sie alleine nicht mehr klarkommen.

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Deutlich gestiegen ist nach Angaben des Jugendamts vor allem die Zahl der minderjährigen Flüchtlinge, die aus den Krisengebieten der Welt am Düsseldorfer Flughafen ankommen: Ihre Anzahl erklärt auch, warum Düsseldorf mit mehr als 800 Inobhutnahmen einsame Spitze im ganzen Land ist. Essen hat im selben Zeitraum nur 252 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen, in Duisburg waren es 186 und in Mönchengladbach 212.

(RP)