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Düsseldorf: 8000 Mal im Jahr wird Strom abgestellt

Düsseldorf : 8000 Mal im Jahr wird Strom abgestellt

In Flingern erlitt eine Frau eine Kohlenmonoxid-Vergiftung - offenbar, weil sie mit ihrem Grill heizte. Die Wohnung war nicht ans Stromnetz angeschlossen. Verschiedene Beratungen bieten Kunden mit Zahlungsproblemen Hilfe an.

Der Frau, die mit ihrem Sohn in Flingern am Dienstagmittag eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten hatte, geht es besser. Wie ein Stadtsprecher gestern mitteilte, konnten beide die Uniklinik wieder verlassen. Zu dem Unfall war es Dienstagmittag gekommen, weil die Frau in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Hoffeldstraße einen Kohlegrill angezündet hatte, dabei war giftiges Kohlenmonoxid entstanden. Die Mutter war nach dem Eintreffen der Rettungskräfte zusammengebrochen.

Die Feuerwehr vermutet, dass sie mit dem Gerät die Wohnung beheizt hatte, weil diese nicht am Stromnetz angeschlossen war. Eine Maßnahme vor der Heinz Engels, Sprecher der Feuerwehr, dringend warnt. "Bei allen Geräten, die mit offener Flamme in geschlossenen Räumen brennen, besteht Lebensgefahr", sagt er.

Nach den Angaben der Stadtwerke wird pro Jahr bei 7000 bis 8000 Bürgern in Düsseldorf der Strom abgeschaltet, weil sie ihre Rechnung nach mehrmaliger Aufforderung nicht bezahlen. 2006 habe die Zahl noch bei 10 000 gelegen, erklärt Stadtwerke-Sprecherin Christina Näckel. Gemeinsam mit dem Amt für soziale Sicherung, den Schuldnerberatungen und der Verbraucherzentrale habe man aber daran gearbeitet, dass Kunden, die von einer Stromsperre bedroht sind, sich frühzeitig Hilfe holen können, um diesen Schritt abzuwenden. Auf diesem Wege habe man die Zahl der Sperren reduzieren können. In der Regel werde die Stromsperre nach zwei bis drei Tagen wieder aufgehoben.

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Das Verfahren der Stadtwerke sieht vor, dass wer nach der Fälligkeit der Rechnung nicht zahlt, zunächst 14 Tage danach eine Zahlungserinnerung erhält. Nach weiteren 14 Tagen gibt es eine Mahnung, der eine Liste von Schuldnerberatungsstellen beigefügt ist, bei denen der Kunde sich Hilfe holen kann. Reagiert er auch auf dieses Signal nicht, erhält er nach vier Wochen eine Benachrichtigung über eine Stromsperrung, die dann drei bis sieben Tage später erfolgt. "Nichts tun ist die schlechteste Lösung. Wir können nicht helfen, wenn wir nicht angesprochen werden", sagt Stadtwerke-Sprecherin Näckel.

So sei beispielsweise häufig ein Darlehen vom Jobcenter möglich. Eine andere Möglichkeit ist eine Ratenzahlung. "Wenn die Kunden frühzeitig zu uns kommen, können wir oft Kompromisse erreichen", sagt Ulrike Brunswicker-Hoffmann, Leiterin der Verbraucherzentrale. Wenn erst einmal eine Stromsperre eingerichtet wurde, wird das zusätzlich teuer. Bis zu 150 Euro, je nach Zeitpunkt des Eingriffs, kostet die Rücknahme der Sperre. Die Stornierung der angedrohten Sperre kostet allein bereits 32,50 Euro. "Viele zahlen allerdings auch in letzter Minute", weiß Brunswicker-Hoffmann. In den vergangenen vier Monaten hat die Verbraucher-Zentrale zwölf Kunden, die von einer Stromsperre bedroht waren, beraten.

Zu der verletzten Frau, die gebürtige Afrikanerin ist, hat die Stadt über die Uniklinik Kontakt aufgenommen, um herauszufinden, ob sie Unterstützung benötigt. Leistungen von der Stadt bezieht sie nämlich bislang nicht. Mitarbeiter des Bezirkssozialdiensts bieten ihr bei Bedarf Beratung und Hilfe an.

(RP)