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Düsseldorf: 7000 Düsseldorfer schauen in die Röhre

Düsseldorf : 7000 Düsseldorfer schauen in die Röhre

Viele Neugierige wanderten an den "Tagen des Offenen Tunnels" durch einen Abschnitt der Wehrhahn-Linie.

Einen solchen Tunnelblick gibt es nicht alle Tage: Am Wochenende wurde die neue U-Bahn-Röhre der Wehrhahn-Linie vom Graf-Adolf-Platz bis zum Bilker Bahnhof für Besucher geöffnet, und der Andrang war gigantisch. Wo sich der Tunnelbohrer Tuborine monatelang Zentimeter für Zentimeter durch das Erdreich der Landeshauptstadt gefräst hat, wanderten nun Studenten-Pärchen, Rentner, ganze Familien und Technik-Freunde mit umfangreicher Kamera-Ausstattung. Insgesamt fast 7000 Neugierige guckten an den beiden Tagen in die Röhre und liefen über die insgesamt 1100 Meter lange Strecke, auf der später einmal U-Bahnen fahren werden.

 D. Elbers (l.), S. Keller waren auch dabei.
D. Elbers (l.), S. Keller waren auch dabei. Foto: Endermann, Andreas

Am neuen U-Bahnhof Graf-Adolf-Platz war der Startpunkt für die Besichtigung, zeitweise bildeten sich dort längere Warteschlangen. Über eine Treppe ging es hinunter in den Bahnhof und den Schacht — wo es nebenbei auch einige Grad wärmer war als oben an der frischen Luft. Entsprechend entspannt sahen sich die Tunnel-Besucher um, nahmen die aus leicht gebogenen Teilstücken ("Tübbings") zusammengesetzte Röhre genau in Augenschein und machten reichlich Fotos. Das Motiv wird sich ihnen kaum ein zweites Mal bieten: Bereits Anfang des kommenden Jahres werden dort Gleise verlegt und Fahrleitungen installiert. Am Ende der Strecke ging es über die Rampe in Bilk wieder ins Freie — dort standen Ansprechpartner des Bauprojekts bereit und beantworteten allerlei Fragen.

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Was für die Verantwortlichen noch wichtiger sein dürfte als die große Zahl der Besucher: Die Mehrheit zeigte sich begeistert von dem, was es zu sehen gab. Das ist nicht selbstverständlich, schließlich hat der U-Bahn-Bau bislang nicht nur positive Schlagzeilen gemacht. Kürzlich wurde bekannt, dass die neue Linie noch 30 Millionen Euro teurer werden soll, als zuletzt 2011 kalkuliert, also statt 750 Millionen nun 780 Millionen kosten wird. Grund sind unter anderem die stark gestiegenen Kosten für Stahl, Asphalt und Beton. Auch klagen Anlieger, immer wieder über die Großbaustellen entlang der Strecke. Von solcher Kritik war am Wochenende allerdings kaum etwas zu hören.

"Ich bin unmittelbar betroffen, aber trotzdem begeistert", sagte Anwohner Kuno Simon, nachdem er über die Rampe wieder ans Tageslicht gelangt war. "Das ist wirklich sehr beeindruckend, und eine solche Gelegenheit kommt nicht so schnell wieder", stellten er und sein Begleiter Udo Schulze fest.

Eine andere Besucherin freute sich über die Vorteile, die die neue Strecke haben wird: "Es ist gut, wenn sich hier an der Verkehrsführung etwas tut. Jetzt kann ich mir das auch viel besser vorstellen."