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500 Menschen fordern bei Demo Düsseldorf Solidarität für Afghanistan

Kundgebung auf dem Kirchplatz : Rund 500 Düsseldorfer setzen bei Demo ein Zeichen für Afghanistan

Die Bilder aus Afghanistan bewegen auch die Düsseldorfer. Sie forderten bei einer Demonstration auf dem Kirchplatz Solidarität und die Aufnahme von Flüchtlingen.

Rund 500 Demonstranten haben sich am Donnerstag auf dem Kirchplatz mit den Menschen in Afghanistan solidarisiert, die aus Furcht vor den Taliban das Land verlassen wollen, es aber nicht können. Unter der Überschrift „Luftbrücke jetzt! Sichere Häfen für alle Flüchtenden aus Afghanistan sofort!“ veranstalteten die Flüchtlingsinitiative „Stay“ sowie die Initiativen „Düsseldorf stellt sich quer“ und „Flüchtlinge Willkommen“ die Kundgebung und einen anschließenden Protestzug zum Landtag. „Wenn man die Bilder sieht, hat man ein Gefühl der Machtlosigkeit. Wir sind hier, um ein einfaches Zeichen zu setzen, dass wir die Menschen und das Leid sehen, dass wir sehen, was falsch läuft“, sagte Demo-Teilnehmerin Clarissa Wagner.

„Die Bilder aus und die Ereignisse in Afghanistan klingen mit Klimawandel und Corona-Krise in ein schauriges Zukunftsbild zusammen“, sagte Heinrich Fucks, Superintendent der evangelischen Kirche. Schon lange sei klar gewesen, „dass die Sache nicht gut läuft“. Margot Käßmann sei für ihre Warnung bereits im Jahr 2010 gescholten worden. Für Fucks ist die Lage in Afghanistan ein „Sieg der Skrupellosen, ein Durchmarsch organisierter Verantwortungslosigkeit und ein großer Erfolg empathieloser Gier“. Kinder, Frauen, Männer blieben auf der Strecke, sagte er.

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Dass sich die Taliban derzeit handzahm präsentieren, ist für Sejfuddin Dizdarevic vom Kreis Düsseldorfer Muslime bloß „eine Show“. Jan Lis von „Stay“ appellierte daher dringend daran, den Menschen vor Ort unbürokratisch zu helfen: „Wir brauchen einen konsequenten Humanismus statt einer rassistischen Flüchtlingspolitik“, sagte er und erinnerte an die Verantwortung aller: „Es ist das Allermindeste, die Menschen, denen Terror, Folter und Erniedrigung drohen, sofort aufzunehmen.“

Oberbürgermeister Stephan Keller hatte bereits am Mittwoch der Landesregierung angeboten, zwischen 100 und 150 Menschen aufnehmen zu wollen – für Oliver Ongaro von „Stay“ ist dies ein starkes Zeichen: „Es zeigt, dass die Kommunen durchaus bereit zur Hilfe sind.“