Polizei untersucht Schiffsbrand: 500 Kreuzfahrtschiffe halten in Düsseldorf

Polizei untersucht Schiffsbrand : 500 Kreuzfahrtschiffe halten in Düsseldorf

Wenn Hafenmeister Michael Reindorf die Belegpläne für Düsseldorfs fünf Steiger zusammenstellt, muss der Mitarbeiter der Neuss Düsseldorfer Häfen mittlerweile minutengenau planen. "Der Boom der Kreuzfahrtschiffe reißt nicht ab", sagt Reindorf. Etwa 500 Kreuzer legen mittlerweile pro Jahr in Düsseldorf an, die Hotelschiffe zu Messezeiten nicht mit eingerechnet. Und die Tendenz ist steigend.

Unter diesen Kreuzfahrtschiffen ist auch die MS Regina Rheni aus Amsterdam, die am frühen Freitagmorgen auf dem Rhein bei Düsseldorf in Brand geraten war. 102 britische Passagiere wurden nach Angaben der Polizei evakuiert, vier Personen verletzt. Die Düsseldorfer Wasserschutzpolizei suchte weiter nach der Brandursache. "Die MS Regina ist ein sehr modernes Schiff. Wie es zu dem Brand kommen konnte, kann sich bei uns keiner erklären", sagt Reindorf.

Die Schiffe, die in Düsseldorf anlegen, seien teilweise nur eine halbe Stunde hier, um den Passagierwechsel abzuwickeln, andere blieben eineinhalb Tage. "Die Reedereien buchen bei uns bis zu eineinhalb Jahre im Voraus", sagt Reindorf. Jede Anlegung kostet um die 300 Euro. Die kleinsten Schiffe, die in Düsseldorf anlegen, sind 80 Meter lang. Der Trend gehe jedoch zu größeren Modellen mit 135 Metern Länge, in denen rund 250 Gäste Platz finden. Deren Ankunft erfreut auch die Düsseldorfer Marketing und Tourismus GmbH (DMT). "Wir erwarten, dass die Zahl der Schiffe, die in Düsseldorf anlegen, in diesem Jahr nochmal deutlich steigen wird", sagt Geschäftsführerin Eva-Maria Illigen-Günther.

Moderne Schiffe und ein neues Angebot an Themen- und Mottoreisen würden vermehrt jüngere Urlauber ansprechen. Auf diese Weise stiegen die Passagierzahlen 2011 deutschlandweit um 6,7 Prozent auf 461 695 Gäste an. Der Gesamtumsatz betrug etwa 500 Millionen Euro. "Davon profitiert Düsseldorf direkt", sagt Illigen-Günther. Immer mehr Kreuzfahrt-Veranstalter buchen Sightseeingtouren bei der DMT und spülen damit Geld in die Kassen der Gastronomie, des Einzelhandels und der Kultureinrichtungen.

(RP/top)
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