500 Jahre Reformations: Düsseldorfer feiern großes Fest in der Tonhalle

Tonhalle Düsseldorf : Düsseldorfer feiern großes Reformationsfest

Mit fast 400 Sängerinnern und Sängern veranstaltete der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf am Dienstag in einer ausverkauften Tonhalle seine Feier zum 500. Jubiläum der Reformation.

Einzelne Lampen in der Kuppel schweben wie Sterne über dem Publikum, als sich das Licht verdunkelt, die Videoaufnahme auf der Leinwand verstummt und die 1400 Gäste gemeinsam mit 390 Sängerinnen und Sängern das "Lied für Düsseldorf" anstimmen. Stimmgewaltig erfüllen die Zeilen "Räumen weg, was Menschen trennt, und zum Feind macht und ganz fremd" die ganze Tonhalle. Es war einer von vielen besonderen und auch emotionalen Momenten an diesem Abend in der ausverkauften Tonhalle.

"Feiern, danken, wünschen, träumen" lautete nicht nur der anschließende Refrain, sondern auch das Motto des großen Reformationsfestes, mit dem der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf am gestrigen Abend 500 Jahre Reformation feierte. Mehrere Uraufführungen und eigens komponierte Stücke wurden den Gästen zur Feier des Tages präsentiert.

Der Düsseldorfer Kirchenmusiker und Komponist Oskar Gottlieb Blarr schrieb für den Abend ein Kyrie-Gesang, der vom Publikum lautstark mitgesungen wurde. Auch Pfarrer Dirk Holthaus und Kantor Wolfgang Abendroth hatten mit ihrem "Lied für Düsseldorf" eigens für das Reformationsfest einen musikalischen Höhepunkt kreiert. Mit dem Text wollen die beiden ein Zeichen für Nächstenliebe, Toleranz und Freiheit setzen — Werte, die auch Luther wichtig waren. Die Melodie habe man bewusst einfach gehalten, damit alle Gäste in der Tonhalle mitsingen können, so Abendroth, der die Klavierbegleitung schrieb.

Insgesamt 13 Kantoreien und Chöre aus ganz Düsseldorf sorgten zusammen mit dem "düsseldorf festival!"-Orchester dafür, dass der Plan aufging und alle Gäste fröhlich mitsangen. Das Spektrum an diesem Abend reichte von historischen Stücken wie einer Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach bis zu modernen Jazz- und Kabarett-Elementen in Form der zeitgenössischen und ebenfalls uraufgeführten Pslamkantate "Ich bin vergnügt".

"Das Reformationsfest ist ein besonderer Anlass, dankbar zu sein. Auch gegenüber der guten Gemeinschaft, die hier zwischen den Kirchen und der Stadtgesellschaft besteht", sagte Henrike Tetz, Superintendantin der evangelischen Kirche. Trotzdem wisse man aber auch um die Not auf der Welt und die vielen Dinge, die man verändern müsse. Der Reinerlös der Karten ging daher an das Projekt Sprungbrett von der Düsseldorfer Diakonie, das Jugendliche beim Erwachsenwerden unterstützt und berät.

Das Schaffen Luthers hält Tetz heute aktueller denn je: "Die freie Gestaltung des Lebens und die Befreiung vom Druck der Selbstoptimierung sind reformatorische Entdeckungen, die auch heute noch Bestand haben."

Dass auch unter den verschiedenen Religionen in Düsseldorf eine große Freundschaft besteht, zeigte dieein Blick in die Reihen, in denen neben unzähligen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Vereinen auch die Vertreter der anderen großen Religionen saßen. "Es ist ein Zeichen der Solidarität, diesen Tag mit den evangelischen Schwestern und Brüdern zu feiern", freute sich Stadtdechant Ulrich Hennes über das herzliche Miteinander der beiden Religionen in Düsseldorf.

"Ein ganz besonderes Erlebnis des Zuhörens und Mitsingens" hatte Moderator Matthias Bongard anfangs angekündigt — und nicht zu viel versprochen, als nach über zwei Stunden und vielen musikalischen Höhepunkten die letzten Töne des Orchesters ausklangen und das Publikum minutenlang applaudierte.

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