1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: 49-Jähriger gesteht Missbrauch seiner Tochter

Düsseldorf : 49-Jähriger gesteht Missbrauch seiner Tochter

Über eine Anklage voller Widerlichkeiten verhandelt das Landgericht seit gestern gegen einen 48-jährigen Familienvater. Der Düsseldorfer, der zuletzt in Neuss lebte, soll seine Tochter, als sie zwischen sieben und acht Jahre alt war, mehrfach sexuell missbraucht haben - "nahezu täglich", wie es in der Anklage heißt, an manchen Tagen und Nächten sogar mehrfach.

In einer vorbereiteten Erklärung bestätigte er alle Vorwürfe. Er sei schwer krank gewesen, könne sich die Taten "selbst nicht erklären", bestehe daher auf eine Untersuchung durch einen Psychiater. Für den Prozess, bei dem die Mutter des Kindes als Nebenklägerin auftritt, sind mehrere Verhandlungstermine vorgesehen.

Die Anklage beschränkt sich auf 28 Fälle, die mit Datum und Uhrzeit genau dokumentiert sind. Doch das ist laut Staatsanwalt "allenfalls ein Ausschnitt" dessen, was der Angeklagte seiner Tochter zugefügt habe. Die Ermittler können die 28 Taten so exakt bestimmen, weil bei einer Hausdurchsuchung etliche Videoaufnahmen des Angeklagten vom Missbrauch seiner Tochter gefunden wurden. Aufgefallen war der Mann, als er via Internet mehrfach Kinderpornos abfragte. Die Polizei fand in der Wohnung mehr als tausend selbst gefertigte Bilddateien - und selbst gedrehte Filme, wie sich der Angeklagte an seinem Kind vergangen hat.

"Ich gebe alles zu. Was ich gemacht habe, ist ohne Worte", begann er sein Geständnis. "Was ich meiner Tochter angetan habe, tut mir schrecklich, ja furchtbar leid! Wie kann man sein Leben so gegen die Wand fahren", habe er sich in den Monaten seit der Festnahme gefragt. Seine Erklärung: Als Folge einer schweren Kopf-Erkrankung müsse er jede Hemmschwelle verloren haben. "Da wäre ich wohl besser gestorben." Jetzt möchte er deswegen "untersucht werden." Dem kann das Landgericht nachkommen. Am Prozess ist einer der erfahrensten Psychiater als Sachverständiger beteiligt.

  • Axt-Angriff und Mord in der Papierfabrik : Eine Woche voller wichtiger Prozesse in Düsseldorf
  • Prozess in Krefeld : Angeklagte schweigen zu Mordvorwürfen
  • Babyleichen im Gefrierschrank versteckt : Richter verurteilt Mutter zu neuneinhalb Jahren Haft
  • Fotos : Prozess um verwahrloste Kinder in Düsseldorf
  • Die Ampel für die Überquerung der
    Zusammenstoß in Düsseldorf : Konsequenzen nach Unfall gefordert
  • Gegenprotest bei einer Querdenken-Demonstration in Düsseldorf.
    Acht Proteste in Düsseldorf angekündigt : Anwohner kündigen Protest gegen Corona-Demonstration an

Auch seine Noch-Ehefrau und Mutter des Opfers hat der Angeklagte angesprochen: "Ich hoffe, ihr könnt mir verzeihen. Bitte lasst mich nicht fallen!" Das Mädchen muss therapeutisch betreut werden. Als die Mutter gestern alle schrecklichen Details der Anklage zu hören bekam, liefen ihr die Tränen übers Gesicht.

(wuk)