48-Stunden-Streik der Mitarbeiter der Uniklinik Düsseldorf 2018

Tarifstreit : Hunderte Angestellte der Düsseldorfer Uniklinik streiken

Die Gewerkschaft Verdi fordert Entlastung für das Pflegepersonal. Das Krankenhaus spricht von spürbaren Auswirkungen und rund 250 Streikenden. Die zogen am Dienstagmorgen mit Transparenten über das Gelände.

Im Streit um Entlastung für das Pflegepersonal der Uniklinik (UKD) und mehr Geld für die Beschäftigten der Tochtergesellschaften hat die Gewerkschaft Verdi ihren Forderungen am Dienstag mit einem Warnstreik Nachdruck verliehen. Daran beteiligten sich nach Angaben des Krankenhauses rund 250 Mitarbeiter, darunter 100 Pflegende. Der Streik soll 48 Stunden dauern und erst Mittwochnacht enden.

Hintergrund der Streiks sind gescheiterte Vermittlungsgespräche zwischen der Düsseldorfer Uniklinik und der Gewerkschaft. Sie streiten seit Monaten wegen Überlastung in der Pflege. Foto: Nicole Lange

Insgesamt sei die Beteiligung gering ausgefallen, die Auswirkungen seien aber spürbar gewesen, berichtete die Klinik. Besonders deshalb, weil gezielt zentrale Funktionsbereiche bestreikt wurden. So habe man nur neun der 30 Operationssäle betreiben können, rund zwei Drittel der geplanten Operationen hätten nicht durchgeführt werden können. „Es ist derzeit nicht absehbar, wann ausgefallene Operationen nachgeholt werden können“, sagt Benedikt Pannen, stellvertretender Ärztlicher Direktor. Die Klinik betont aber, man habe die Notfallversorgung aufrechterhalten können. Einige Pflegekräfte hätten dazu auf ihr Streikrecht verzichtet. Zuvor waren auch die Verhandlungen über eine Notdienstvereinbarung gescheitert.

Die Klinikleitung sieht durch den zweitägigen Streik das Patientenwohl gefährdet. Foto: Nicole Lange

„Der Arbeitgeber spielt auf Zeit“

Die Streikenden hatten sich am Morgen an der Uniklinik versammelt und waren mit Protest-Transparenten über das Gelände gezogen. Damit wollten sie die Forderung nach eigenständigen Verhandlungen über einen Entlastungs-Tarifvertrag untermauern. Dies ist der Haupt-Streitpunkt zwischen den Konfliktparteien: Die Uniklinik argumentiert, sie dürfe als Mitglied des Arbeitgeberverbandes NRW solche Verhandlungen nicht eigenständig führen.

Verdi sieht das anders und beharrt auf einem solchen Vertrag, der unter anderem Mindestbesetzungen auf den Stationen und in einzelnen Arbeitsbereichen vorschreiben soll. „Der Arbeitgeber spielt weiter auf Zeit und stiehlt sich aus der Verantwortung. Damit muss Schluss sein“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan von Hagen. „Die Arbeitsbedingungen sind unerträglich, sie gefährden sowohl die Gesundheit der Beschäftigten als auch die Versorgung der Patientinnen und Patienten.“ Er kündigte an, dass man – wenn der Klinikvorstand diese Warnung ignoriere – die Urabstimmung über einen Erzwingungsstreik vorbereite.

Am Mittwoch wollen die streikenden Beschäftigten der Uniklinik an einer Verdi-Demonstration von Beschäftigten aus Krankenhäusern und Altenpflege zur Konferenz der Gesundheitsminister/innen teilnehmen. Sie beginnt um 11 Uhr am Düsseldorfer Hauptbahnhof.

(RP)
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