Düsseldorf: 44.000 qm Büros werden Wohnungen

Düsseldorf: 44.000 qm Büros werden Wohnungen

Immer neue Büroflächen entstehen, der Leerstand in Düsseldorf ist immens. Vor allem alte, sanierungsbedürftige Büroflächen können aber in Wohnraum umgewandelt werden. Allein seit 2009 wurden elf Quartiere umgebaut. Experten schätzen, dass es noch bei 20.000 qm möglich wäre.

Die Umwandlung von Büroflächen in neuen Wohnraum ist in den vergangenen drei Jahren deutlich verstärkt worden. Die alten und sanierungsbedürftigen Flächen in elf Quartieren in Düsseldorf, die seit 2009 in neue Wohnungen umgewandelt worden sind, belaufen sich auf insgesamt rund 44.000 Quadratmeter. Das ist deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Immobilienberatungsunternehmens Corealis Commercial Real Estate.

Die Expertenschätzungen gleichen sich: Bis zum Jahr 2020 wird die Landeshauptstadt nicht nur die 600.000-Einwohner-Marke knacken, gleichzeitig werden 16 000 Wohnungen in Düsseldorf fehlen, weil der Bedarf mit den Neubauten nicht gedeckt werden kann. Nur etwa 900 Wohnungen werden derzeit jährlich gebaut, sagt Jens U. Reuther, Geschäftsführer von Corealis. Aus diesem Grund plädiert er wie einige Immobilienexperten auch für eine Nutzungsänderung: weg von sanierungsfähigen Büroflächen hin zu neuem Wohnraum. Das Potenzial gebe es: 20.000 qm.

Der Grund dafür ist klar: In Düsseldorf gibt es einen stabilen Leerstand von etwa 900 000 Quadratmeter Bürofläche, die als alte und so nicht mehr vermarktbare Flächen erst deutlich saniert werden müssten. Andere Rechnungen gehen sogar von mehr als einer Million Quadratmetern aus. Andererseits sind in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 130 000 qm Büroflächen jährlich neu entstanden. Der Trend: immer mehr leere und nicht mehr vermarktbare Büros.

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In den vergangenen drei Jahren sind auch aus diesem Grund etliche Büroflächen in elf Arealen von Büros in Wohnungen umgewandelt worden. Dort wurde entweder umgebaut oder kurzerhand abgerissen und neu bebaut. Allein in attraktiven Wohnlagen wie Oberkassel Golzheim, Derendorf und Pempelfort sind neun Quartiere verändert worden (siehe Grafik).

Viele der seit Jahren nicht genutzten und auch künftig nicht mehr vermietbaren Büros in diesen Stadtteilen sind in den 1970er und 1980er Jahren entstanden. Sie entsprechen mittlerweile nicht mehr den Anforderungen an moderne Technik oder an den Brandschutz, weiß Reuther. Für eine Umnutzung fehle vielen Eigentümern das Know-how, auch verfügten sie häufig nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, um eine Büroimmobilie in Wohnraum umzuwandeln.

Dabei rechnet sich nicht nur ein Neubau, sondern auch die so genannte Revitalisierung (Umbau eines bestehenden Objektes). Ein Beispiel: "The Henrys" an der Schanzenstraße in Oberkassel. Dort besteht so genannter Bestandsschutz. Das heißt: Trotz neuerer schärferer Gesetze gelten die alten, einmal genehmigten Regeln. Damit konnte hochwertiger Wohnraum nicht nur auf den für Wohnungen üblichen drei bis vier Etagen, sondern auf insgesamt elf Geschossen realisiert werden - und das mitten in Oberkassel.

(RP/anch)
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