Düsseldorf: 415.132 Düsseldorfer dürfen wählen

Düsseldorf : 415.132 Düsseldorfer dürfen wählen

Bei der Abstimmung über den Bundestag treten in der Landeshauptstadt 19 Direktkandidaten und 22 Parteien an.

Mit vier Abgeordneten war Düsseldorf in der vergangenen Legislaturperiode in Berlin vertreten, drei bis sechs könnten es im kommenden Bundestag sein. Wie es ausgeht, hängt auch davon ab, wie viele Bürger zur Wahl gehen und wer in den beiden Düsseldorfer Wahlkreisen siegt. Das Ergebnis soll morgen gegen 20.45 Uhr vorliegen.

Foto: Schaller,Bernd (bs)

Wer darf wählen? Alle Deutschen über 18 Jahren mit Hauptwohnsitz in Düsseldorf. Laut dem Wählerverzeichnis sind es 415 132 Wahlberechtigte. Bei der Bundestagswahl 2009 waren es 1019 weniger. 17 137 Düsseldorfer dürfen zum ersten Mal den Bundestag wählen, für 5142 ist es die erste Wahl überhaupt.

Wo wird gewählt? In stadtweit 388 Wahllokalen. Welches das richtige ist, steht auf der Wahlbenachrichtigungskarte. Da sich seit der letzten Wahl einige Wahllokale geändert haben, sollte in jedem Fall die Adresse überprüft werden. Was muss man zur Wahl mitbringen? Im zuständigen Wahllokal ist die Benachrichtigungskarte vorzulegen. Sollte man sie vergessen haben, kann man sich auch mit einem Lichtbildausweis identifizieren.

Wie wird gewählt? Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt man eine konkrete Person. Diese Direktkandidaten stehen auf der linken Seite des Stimmzettels. Im Wahlkreis 106 (Düsseldorfer Norden) treten zehn Direktkandidaten an, im Wahlkreis 107 (Düsseldorfer Süden) stehen neun zur Auswahl. Die Zweitstimme geht an eine Partei, wobei es nicht dieselbe sein muss wie die des Direktkandidaten, den man gewählt hat. Um die Zweitstimme (rechte Seite des Stimmzettels) werben NRW-weit 22 Parteien.

Wer hat die besten Chancen? Bei den Erststimmen gewinnt, wer im Wahlkreis die meisten Stimmen bekommt; in der Regel ein Kandidat der beiden großen Parteien CDU und SPD. Bei der Bundestagswahl 2009 siegten in beiden Wahlkreisen die CDU-Kandidaten. Im Norden war das Thomas Jarzombek, der wieder antritt. Mit 43,5 Prozent lag er 2009 klar vor Michael Müller (SPD), der 28,6 Prozent holte. Im Nord-Wahlkreis ist die CDU traditionell stark, zudem tritt bei der SPD mit Philipp Tacer diesmal ein Neuling an. Der Sieg dürfte Jarzombek also sicher sein. Jedoch hat er mit Gisela Piltz (FDP) und Kerstin Garbracht von der AfD zusätzliche bürgerliche Mitbewerberinnen.

Den Süd-Wahlkreis 107 holte 2009 Beatrix Philipp nach Jahrzehnten zum ersten Mal direkt für die CDU. Sie erhielt 37,7 Prozent, Karin Kortmann (SPD) kam auf 33,3 Prozent der Stimmen. Philipp tritt nach 29 Jahren im Bundestag nicht wieder an. Ihre Nachfolgerin, Sylvia Pantel, ist nicht durch einen vorderen Platz auf der Landesliste abgesichert, muss also direkt gewinnen. In Prognosen lag sie leicht vorn. Auch ihr Gegenkandidat Andreas Rimkus (SPD) kandidiert erstmals für den Bundestag. Er hat mit Platz 19 Chancen, über die Liste einzuziehen. Den Direktsieg könnte es Rimkus kosten, dass die prominente Linke Sahra Wagenknecht in seinem Wahlkreis antritt. Sie holte 2009 knapp zehn Prozent Erststimmen.

Auch die Liberale Gisela Piltz, seit 2002 Bundestag, dürfte im Norden einen guten Wert holen. Im Wahlkreis 106 ist das FDP-Ergebnis meist überdurchschnittlich. Mit Platz drei auf der Landesliste ist Piltz der Einzug sicher — sofern ihre Partei bundesweit fünf Prozent schafft. Auch ihre Grünen-Mitbewerberin im Wahlkreis, Mona Neubaur, hat mit Listenplatz 19 eine Chance auf den Einzug ins Berliner Parlament — aber nur, wenn ihre Partei 13 Prozent holt.

Bis wann kann man Briefwahlunterlagen abgeben? Bis Sonntag 10 Uhr in den Briefkästen der Bürgerbüros, bis 18 Uhr im Briefkasten des Wahlamts (Brinckmannstr. 5).

Was ist, wenn man noch Fragen hat? Die Hotline des Wahlamts, 8993368, ist heute von 8 bis 12 und morgen von 8 bis 18 Uhr besetzt.

(RP)
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