Jubiläum: 40 Jahre Heuking, Kühn & Co.

Jubiläum: 40 Jahre Heuking, Kühn & Co.

Aus einem winzigen Anwaltsbüro machten Hans-Günter Heuking und Wolfgang Kühn eine Kanzlei mit 220 Anwälten. Jetzt feiern sie Jubiläum. Die Gründer sehen ihr Zusammentreffen als Lebensglück - und sind doch noch beim Sie.

Angefangen hat die Geschichte der Anwaltskanzlei "Heuking Kühn Lüer Wojtek" in einem kleinen Büro an der Düsseldorfer Wasserstraße. Hans-Günter Heuking und Wolfgang Kühn hatten sich kurz nach ihrem Jurastudium kennengelernt. Anwälte waren sie da noch nicht. 1971 gründeten sie als junge Anwälte eine erste eigene Kanzlei. Inzwischen arbeiten in dem Anwaltsunternehmen mehr als 500 Mitarbeiter - 220 davon als Anwalt. Jetzt feierte die renommierte Düsseldorfer Anwaltskanzlei ihren 40. Geburtstag.

Wolfgang Kühn erinnert sich noch gut an die Anfangsjahre, als er und sein Kollege sich erst noch einen Namen in der Branche machen mussten: "Als wir angefangen haben zählte vor allem die Persönlichkeit. Ich wurde sozusagen von Herrn Heuking gewählt - und vielleicht auch umgekehrt. An zweiter Stelle kam das Unternehmertum und dann die Qualität als Jurist", sagt Kühn rückblickend. "Als wir losmarschiert sind war das etwa so, wie mit dem Frosch im Glas. Unten der Frosch mit der Leiter, oben ein paar Wolken. Ich hatte keine Ahnung, wie hoch man klettern muss", sagt der promovierte Jurist. Die Anfänge seien hart gewesen. "Düsseldorf war damals noch mehr als heute ein gewichtiger Industriestandort. Und die Industriemandate waren vollkommen verteilt. Wir haben aus dem Nichts angefangen - und ich weiß heute noch nicht genau, wie uns das gelungen ist".

Heuking und Kühn setzten auf das Ausland. Wolfgang Kühn ging nach London. "Dort habe ich nur einen einzigen Mandanten bekommen - der hat mich aber dann mein ganzes Leben lang begleitet", erinnert sich Kühn. Anschließend expandierte die junge Anwaltskanzlei nach Paris. Im Blick war stets eine feste Strategie: "Wir arbeiten für ausländische Unternehmen in Düsseldorf" lautet das Erfolgsrezept der Partner.

Schon früh nach der Gründung erweiterten die Düsseldorfer ihr Geschäftsmodell. Mit Michael Kunz verstärkte ein Steuerberater und Wirtschaftsprüfer das Team. Bereits in den frühen Jahren versuchten sich die Juristen zu spezialisieren. Kühn stürzte sich auf das Thema Schiedsgerichtsbarkeit. "Das ist etwas, das man planen kann. Man wird von anderen gesehen, vor allem von den Rechtsabteilungen. Einmal hatten wir ein Schiedsverfahren zwischen zwei großen Mineralölkonzernen, und ich habe gemerkt, so etwas erhöht die Bekanntheit enorm. Als Generalist jedenfalls hat man keine Chance", sagt Wolfgang Kühn.

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Die Expansion der Kanzlei machte vor allem in den 1990er Jahren große Fortschritte. Direkt nach der Wende in der DDR und der Wiedervereinigung wurden Büros in Berlin und Chemnitz etabliert. Im gleichen Jahr wurde ein Standort in Frankfurt am Main gegründet. 1992 schlossen sich dann Ralf Wojtek in Hamburg und Hans-Jochem Lüer in Köln der Sozietät an und schufen so den fast unaussprechlichen Namen "Heuking Kühn Lüer Wojtek". "Bei vier Namen mussten wir dann Schluss machen, sonst hätte das auf keine Visitenkarte mehr gepasst", sagt Kühn.

1999 expandierte die Anwaltsgemeinschaft nach Brüssel, um auf die wachsende Europäisierung zu reagieren. 2003 folgte die Gründung eines Standortes in München, 2008 fasste man in Zürich Fuß. Einer der größten und berühmtesten Fälle der Düsseldorfer war das Schiedsverfahren zwischen einem Fernsehsender und der Tschechischen Republik. Im Hause Heuking und Kühn spricht man nicht öffentlich über die großen Fälle. Aktuell betreut man Ferrostaal. Das Unternehmen soll im Zusammenhang mit der Beschaffung von U-Booten durch Griechenland Schmiergeld bezahlt haben.

Das Gründerduo Hans-Günter Heuking und Wolfgang Kühn gehen bis heute jeden Schritt ihres beruflichen Weges miteinander. "Nach dem Kennenlernen meiner Frau ist das Zusammentreffen mit Günter Heuking wohl mein größtes Lebensglück", sagt der 69-Jährige. Heuking wohnt heute in Düsseldorf, Kollege Kühn in Meerbusch. Über Geld habe man nie gesprochen in den 40 Jahren. Doch trotz der Tatsache, dass die Männer stets betonen, ihren Erfolg vor allem dem jeweils anderen zu verdanken, wahren sie beruflich professionelle Distanz. "Wir sind auch nach vier Jahrzehnten beim Sie geblieben", sagt Kühn. Erst wenn beide zehn Jahre im Ruhestand, sind wollen sie zum freundschaftlichen Du übergehen.

(RP)
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