Nach Unwetter in Düsseldorf: 350 Stadtmitarbeiter räumen in Parks auf

Nach Unwetter in Düsseldorf : 350 Stadtmitarbeiter räumen in Parks auf

Erst wenn die Bäume beiseitegeschafft sind, können Gartenamts- mitarbeiter abgeknickte Äste aus den Baumkronen holen. Deshalb dauern die Sperrungen auf einigen Friedhöfen und in Parks an.

Der lang geplante Betriebsausflug für morgen fällt aus. Die 22 Mitarbeiter, die für die Pflege des Nordfriedhofs zuständig sind, "setzen alles daran, den Friedhof aufzuräumen und wieder zugänglich zu machen", berichtet der Leiter des Friedhofs, Stefan Süß. Seit der Orkannacht vor zwei Wochen sind sie Tag für Tag, auch an Sonn- und Feiertagen, dabei, mit Kettensägen die gestürzten Bäume zu zerkleinern, von den Wegen zu räumen und zu schreddern. Hilfe bekommen sie von Privatfirmen, die zusätzlich bis zu 30 Forstleute einsetzen. Trotzdem sind einige Bereiche des Nordfriedhofs noch unpassierbar, liegen beispielsweise bis zu 130 Jahre alte, vorher gesunde Eichen auf Wegen. "Die hat der Sturm einfach rausgerupft", sagt Süß.

Ähnlich wie auf dem Nordfriedhof sieht es auf dem Friedhof Heerdt und in den meisten Parks der Stadt aus. "Es wird noch viele Tage dauern, bis die Wege geräumt sind", sagt die Leiterin des Garten-, Friedhof- und Forstamtes, Doris Törkel, obwohl die 350 Forstmitarbeiter der Stadt und zahlreiche Fremdfirmen im Einsatz sind. Sie nennt eine Zahl, um das Ausmaß deutlich zu machen: Auf den Friedhöfen sind etwa 2000 Bäume gefallen oder zerstört. In ersten Schätzungen war nur von 1000 gesprochen worden.

Aber nach dem Freiräumen der Wege beginnt erst die eigentliche Arbeit. "Erst wenn der Boden frei ist, können Hubsteiger eingesetzt werden, von denen aus dann Mitarbeiter abgeknickte Äste oder gesplitterte Stämme bearbeiten", erklärt Süß. Das wird noch Wochen dauern, befürchtet Törkel.

Der Blick in die Baumspitzen lässt die Menge der Arbeit erahnen. Kaum eine Krone, in der nicht die Splitterflächen der Äste hell durchschimmern, in dem gebrochene, hängengebliebene Äste am welkenden Laub zu erkennen sind. Die Schäden sind aber noch harmlos gegenüber den nach Stürzen ineinander verkeilten Bäumen. "Äste stehen unter Spannung, können sich plötzlich lösen und stürzen", erklärt Süß. Vor zwei Tagen noch sei plötzlich ein Baum gefallen.

Dieses Bild der Zerstörung bietet aber nicht der gesamte Friedhof. "Der Sturm hat regelrecht Schneisen geschlagen, manche Bereiche sind fast heil davon gekommen", sagt Süß. "Aber auf den äußeren Eindruck können wir uns nicht verlassen, jeder Baum muss nach gesetzlichen Vorschriften von einem Fachmann in Augenschein genommen werden, ob er in Ordnung ist", sagt Törkel. Deshalb sind Harald Rein und Claudia Zirkel mit Karten vom Baumbestand des Nordfriedhofs unterwegs, notieren auf einem Merkblatt Schäden, kennzeichnen in den Plänen die schadhaften Bäume. Sie entdecken dabei überraschende Gefahren. "Die Lindenallee neben dem Haupteingang sieht gesund aus, aber die Astverzweigungen an Enden der Nebenstämme zeigen Risse, können jederzeit abbrechen", sagt Süß. Die Konsequenz: Die Linden müssen kahl geschnitten werden - noch mehr Arbeit. "Wir setzen aber alles daran, die Friedhöfe wie auch die Parks möglichst schnell zu öffnen, aber bei den großen Schäden braucht es Zeit", sagt Törkel. Immerhin sind die Friedhöfe Gerresheim, Hubbelrath, Itter, Kalkum und Angermund bereits wieder zugänglich.

(RP)
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