Flughafen Düsseldorf: 30 Nacht-Starts nach Notlandung

Flughafen Düsseldorf : 30 Nacht-Starts nach Notlandung

Ein technischer Defekt in einem Germanwings-Airbus hat die Maschine am späten Freitagabend zu einer so genannten Sicherheitslandung in Düsseldorf gezwungen. Weil von etwa 21.30 Uhr die Landebahn deshalb für mehr als eine halbe Stunde gesperrt war, kam es zu Verzögerungen im Luftverkehr.

30 Maschinen starteten mit Sondergenehmigung der Bezirksregierung noch nach 22, sechs davon nach 23 Uhr. Der letzte Flieger, eine Lufthansa-Maschine nach Keflavik, startete um 23.14 Uhr. Während Fluglärm-Gegner von einem "Inferno von Starts" und einer "Chaos-Nacht" sprachen, bat Flughafensprecher Christian Hinkel gestern um Verständnis: "Niemand hat Interesse an Verspätungen. Wir befanden uns in einer Ausnahmesituation."

Mit 690 Flügen und rund 73 000 Passagieren sei der Freitag ohnehin einer der verkehrsreicheren Tage des Jahres für den Flughafen gewesen, so Hinkel. Dazu kamen in den Abendstunden mehrere Gewitter, die erste Verzögerungen verursachten. Und schließlich nach 21 Uhr die Meldung des Airbus A 319, der mit 59 Passagieren auf dem Weg von Bremen nach Stuttgart war.

"Rauch im Cockpit" machte die sofortige Landung der Maschine nötig, am Rollfeld ging die Flughafen-Feuerwehr in Bereitstellung, aus der Stadt rückten zwei Löschzüge der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr an, mit zehn Rettungswagen und drei Notärzten vorbereitet auf das Schlimmste. Das blieb glücklicherweise aus, die Maschine landete sicher und Passagiere und Besatzung konnten über die üblichen Treppen aussteigen. Bis der Airbus sicher stand, Passagiere und Crew die Maschine verlassen hatten und der Flieger zum Hangar geschleppt worden war, blieb die Start- und Landebahn gesperrt. Mehrere Flugzeuge mussten deshalb über Düsseldorf kreisen, bis die Landung wieder möglich war. Und auch etliche Starts mussten verschoben werden.

Germanwings ließ die Passagiere noch in der Nacht per Bus nach Stuttgart bringen. "Wir haben auch angeboten, auf unsere Kosten in Düsseldorf zu übernachten", sagte ein Sprecher der Airline. Ein defektes Anzeige-Instrument sei wohl die Ursache für den "leichten Brandgeruch" im Cockpit gewesen, der den Piloten zu der Sicherheitslandung bewogen habe. Der Fehler sei am Samstag bereits behoben worden, die Maschine wieder im Dienst.

(RP/ila/rm/jre)
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