25 Jahre Rheinufertunnel in Düsseldorf: Rheinufer im Wandel der Zeit

Düsseldorf feiert 25 Jahre Rheinufertunnel : Das Rheinufer im Wandel der Zeit

Eine schöne Promenade am Rhein gab es schon einmal, bevor die Autos die Meile überfluteten. Nicht die einzige Überraschung in der Geschichte des Rheinufers.

Wie schön wäre es, eine Zeitmaschine nutzen zu können. Dann könnten wir in das Jahr 1902 reisen und Düsseldorfer sehen, die im schicken Sonntags-Outfit über die neue Rheinuferpromenade flanieren und am Düsselschlösschen ein Glas Wein trinken. Damals nämlich haben die Stadtväter das geschaffen, was fast 100 Jahre später erneut verwirklicht wurde: eine Flaniermeile am Rhein.

Düsseldorf war noch nicht so lange Großstadt und hatte über Jahrhunderte unter einem unbefestigten Rheinufer gelitten. Gut möglich, dass man bei falscher  Bedienung mit der Zeitmaschine in einer überschwemmten Altstadt gelandet wäre. Man entschloss sich deswegen zu einer Großtat, die mindestens so mutig war wie der Bau des Rheinufertunnels.

Auf rund 1,4 Kilometer Länge wurde das Altstadtufer um 37 Meter vorgezogen. Häuser fielen, der Schutt wurde zur Verfüllung genutzt. Es entstanden das Untere Werft mit Kränen für die Schiffsbe- und entladung und 3,5 Meter darüber die Promenade.

Das Rheinufer hat also eine Evolutionsgeschichte hinter sich, welche die Bedürfnisse der Zeiten spiegelt. Entlang des Wassers spielte zunächst die Wirtschaft die Hauptrolle. Düsseldorf war Industriestadt, Stahlrohre wurden umgeschlagen, die Mühlen beliefert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Kennedydamm entstand, wurde die Autoflut auf die Promenade gespült, die Spaziergänger hatten das Nachsehen. Es brauchen viele Düsseldorfer keine Zeitmaschine, um sich diese Situation anschaulich zu machen – sie haben mit im Stau gestanden.  55.000 Autos am Tag rollten an schönen Häusern und dem Strom vorbei, als der Beschluss für den Bau des  Tunnels fiel.

Wenn am Sonntag die Düsseldorfer beim Fest zum  25-Jährigen den Tunnel entern und auf der Promenade ein Bier trinken, wird der eine oder andere vielleicht anstoßen auf den damaligen  Oberbürgermeister Klaus Bungert, der sich beim Land intensiv dafür einsetzte, dass der Autoverkehr von der Rheinfront verschwindet.

Städtebauminister Christoph Zöpel war ein Verfechter solcher Ziele, und da die Landesregierung auch keine störende Hochstraße vor dem neuen Landtag wollte, kam es zu einem der besten Beschlüsse, die in Düsseldorf je gefasst wurden. Für 550 Millionen Mark  wurde   zwischen 1990 und 1993 der Rheinufertunnel gebaut. Ohne Verzögerungen, ohne große Verteuerung, in der Verwaltung saßen auch sehr gute Ingenieure, allen voran „Tunnelbaumeister“ Erich Waaser.

Beim Flug in die Zukunft darf man gespannt sein, was wohl noch am Rhein passiert:  Kulturbau, Hausboote, eine „Living Bridge“? Die Renaissance der Städte macht vieles möglich.

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