Prozess geplatzt: 24-Jähriger zeugt Kind mit Ehefrau (13): Anklage

Prozess geplatzt : 24-Jähriger zeugt Kind mit Ehefrau (13): Anklage

Die Skandal-Geschichte einer Ehe mit einer Minderjährigen nimmt offenbar kein Ende: Als Elfjährige war ein griechisches Mädchen 2005 von ihrem "Ehemann" (jetzt 24) nach Düsseldorf geholt worden. Kurz danach wurde das Kind zudem schwanger, bekam von ihm inzwischen eine Tochter.

Eine zweite Schwangerschaft endete mit einer Fehlgeburt. Doch für die Justiz gibt es wohl kein Mittel, um die nach deutschem Recht illegale Beziehung zu beenden. Gestern sollte sich der "Ehemann" wegen der Schwangerschaft vor dem Amtsgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs der Minderjährigen verantworten. Doch die Anklagebank blieb leer, der Prozess platzte.

Unter Berufung auf ein 90 Jahre altes Sonder-Recht, wonach Mädchen rund um den griechischen Ort Sapi vom neunten Lebensjahr an verheiratet werden dürfen, hatte der 24-jährige Grieche seine elfjährige "Frau" einst nach Düsseldorf nachgeholt.

Den hiesigen Behörden war es nach wochenlangen Verfahren zuletzt immerhin gelungen, die Trennung von Mann und Mädchen zu erreichen. Ein damals eingeleitetes Strafverfahren gegen den 24-Jährigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs der Minderjährigen (durch Vollzug der Ehe) war im Mai 2006 eingestellt worden.

Fast zeitgleich wurde das Mädchen von dem 22-Jährigen schwanger, hat im Frühjahr 2007 eine gesunde Tochter zur Welt gebracht. Prompt setzte die Staatsanwaltschaft nach, erhob gegen den jungen Vater wegen dieser Schwangerschaft erneut Anklage. Doch verhandeln konnte das Amtsgericht gestern darüber nicht.

Der 24-Jährige und seine nun 13-jährige "Frau" sollen längst wieder in Griechenland leben — behauptete der Vater des Mädchens. Wo genau die beiden sich aufhalten? Ob sie wieder wie Eheleute zusammenleben? Der Vater der Minderjährigen ließ durch einen Dolmetscher bestellen, das wisse er nicht.

Die Richterin will es aber genau wissen: Der Aufenthalt des 24-Jährigen soll jetzt ermittelt werden, die Polizei soll ihn dann zum nächsten Prozesstermin Ende Juli zur Gerichtsverhandlung bringen. Ob das aber zu einem greifbaren Ergebnis führen wird, ist ungewiss. Die Staatsanwaltschaft müsste nämlich nachweisen, dass das Kind aus dieser Ehe illegal in Deutschland gezeugt wurde — und nicht legal in Griechenland.

(RP)
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