Stadt übernimmt Großteil der Kosten: 200.000 Euro für kaputte Verkehrsschilder

Stadt übernimmt Großteil der Kosten: 200.000 Euro für kaputte Verkehrsschilder

Das Amt für Verkehrsmanagement hat einen ärgerlichen Posten in seinem Haushalts-Plan: Schäden ohne ermittelten Schädiger heißt der Punkt, bezieht sich auf Pfosten, Poller sowie vor allem Verkehrsschilder und bedeutet pro Jahr Ausgaben von 130.000 bis 170.000 Euro für die Stadt Düsseldorf.

Von den insgesamt rund 200 000 Euro, die für die Reparatur kaputter Schilder anfallen, wird nur ein kleiner Teil von den Schädigern bezahlt. Nach Angaben des Verkehrsamts sind das pro Jahr 20.000 bis 30.000 Euro. Zum Vergleich: Die Stadt Mönchengladbach (Einwohner: rund 260.000) gibt im Jahr rund 10.000 Euro für verbeulte oder zerstörte Schilder aus.

Wer weiterfahren kann, tut dies

Dass die Stadt bis zu 90 Prozent der Kosten übernehmen muss, hängt mit dem fehlenden Unrechtsbewusstsein der Autofahrer zusammen. Ein Großteil der Schäden wird nicht von Randalierern verursacht, sondern von Verkehrsteilnehmern, die mit ihrem Pkw oder Lkw von der Straße abkommen, dadurch ein Schild aus dem Fundament reißen oder verbeulen. Wer trotz des Unfalls noch weiterfahren kann, tut dies in aller Regel auch – ohne Polizei oder Stadt zu informieren. "Ermittelte Schädiger gibt es nur bei größeren Unfällen", sagt Andrea Blome, Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement.

Besonders häufig treten die Schadensfälle in zwei Jahreszeiten auf: im Winter bei Glatteis sowie im Spätsommer, wenn nach längerer Trockenperiode erstmals wieder Regen fällt und sich auf der Straße ein Schmierfilm bildet.

Sobald das Verkehrsamt die Meldung eines Schadens erhält, ruft es zunächst bei Werner Kochler an. Der Leiter der Düsseldorfer Schilderwerkstatt an der Lierenfelder Straße schaut, ob er in seinen Beständen ein Verkehrszeichen hat, das als Ersatz in Betracht kommt. Rund 300 neue und etwa eben so viele gebrauchte Verkehrsschilder lagern dort. "Wenn die Schilder nur verbogen sind, dann richten wir sie wieder", sagt Kochler. Wenn die kostengünstige Variante nicht möglich ist, kommen die Mitarbeiter der Schlosserei zum Einsatz.

(RP)