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Verstärkte Kontrollen am 3. Juli: 200 Polizisten für Blitz-Marathon

Verstärkte Kontrollen am 3. Juli : 200 Polizisten für Blitz-Marathon

Die Düsseldorfer Polizei wird sich am 3. Juli mit rund 200 Einsatzkräften an einer landesweiten Aktion gegen Temposünder beteiligen. Neu ist, dass Bürger Straßen vorschlagen können, an denen dann kontrolliert werden soll. Auch bei der RP meldeten sich bereits zahlreiche Leser mit Wünschen.

Wenn am Dienstag, 3. Juli, um 6 Uhr eine landesweit koordinierte Aktion gegen Raser startet und allein in Düsseldorf rund 200 Polizisten für 24 Stunden am Blitz-Marathon beteiligt sein werden, ist vor allem der Bürger gefragt. Denn bewusst sieht die Polizei ab, die zu kontrollierenden Straßen selbst auszuwählen. "Wir wollen dieses Mal nicht nach unseren Statistiken gehen, sondern nach dem Empfinden von Anwohnern", sagt Polizeisprecher Marcel Fiebig.

Die Idee: Am Montag und Dienstag nimmt die Düsseldorfer Polizei Anregungen entgegen, wo beim Blitz-Marathon kontrolliert werden soll. Der Clou: Baut die Polizei tatsächlich an der gewünschten Stelle eine Radarfalle auf, können sich die Anwohner daneben stellen und beobachten, ob tatsächlich so viel gerast wird, wie sie annehmen. "Selbst wenn das darauf hinausläuft, dass eine ganze Gruppe von neugierigen Menschen die Kontrolle begleitet und Autofahrer uns dadurch bemerken und langsamer werden, ist unser Ziel erreicht", sagt Fiebig. Man wolle schließlich nicht abzocken, sondern auf die jeweilige Geschwindigkeitsbegrenzung pochen.

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Wie groß das Interesse an einer Radarfalle vor der eigenen Haustür ist, zeigen die zahlreichen Reaktionen unserer Leser. Die Vorschläge, die uns bisher via Online-Kommentar, E-Mail oder Fax erreicht haben, sind sehr unterschiedlich. Hans-Rudolf Reime etwa wünscht sich eine Tempo-Kontrolle am Niederkasseler Kirchweg zwischen Niederkasseler Straße und Hansa Allee. Dort werde nur selten auf die Vorfahrtsregeln geachtet, was vor allem Schulkinder gefährde, die in der Nähe häufig unterwegs seien, schreibt er. Auch Andreas Rehnolt hat ein Anliegen: die Raser auf der Cranachstraße zu bremsen. Dort gebe es zahlreiche Autofahrer, die im Schnellgang versuchen würden, die grünen Ampelphasen an der Lichtstraße, Lindenstraße und Grafenberger Allee zu erwischen.

Gisela Hackmann will mehr Kontrollen auf der Theodor-Heuss-Brücke. Sie beschwert sich über rücksichtslose Fahrer, die schneller als mit 60 Stundenkilometern unterwegs sind und zu dicht auffahren. Gisela Hirt schreibt, dass sie an der Kreuzung Gerresheimer Straße/Worringer Straße regelmäßig Autofahrer beobachten müsse, die mit bis zu 80 Stundenkilometern die Ampel bei Grün passieren wollen. Das gelte zudem für die gesamte Worringer Straße. Hinzu komme, dass häufig gehupt werde, falls jemand mal nicht schnell genug die Kreuzung räumen würde.

Behäbiger, aber wohl dennoch zu schnell sollen Autofahrer auf der Schinkelstraße unterwegs sein. Michael Lauble wohnt an der auf Tempo 30 begrenzten Straße. Oft werde die aber von allerlei sportbegeisterten Fahrern als Rennpiste angesehen. Gerd Müller-Heuser wünscht sich Kontrollen am Autobahnteilstück Werstener Tunnel. Wenn er von Wuppertal kommend die Autobahn 46 befahre, würden andere Fahrer selten das Tempolimit von 80 Stundenkilometern einhalten.

Eine besonders prekäre Gefahrenstelle beschreibt Sabine Dasenbrock. Sie wohnt in Gerresheim an der Straße Am Großen Dern. In der Nähe gibt es eine Schule für Gehörlose. Sabine Dasenbrock schreibt: "Auf der geraden Strecke, etwa ab Hausnummer 33, wird täglich gerast, obwohl eine Tempozone 30 angezeigt wird. Dabei einsteht eine große Gefahr für Anlieger und gehörlose Kinder."

Für Gerd Nerlich ist der Blitz-Marathon am 3. Juli blinder Aktionismus. Er prangert eine Verherrlichung von PS-starken Autos an und sieht sie als Steilvorlage für die Raserei auf den Straßen.

Wer sich aber am Blitz-Marathon beteiligen und der Polizei Vorschläge für Radarfallen machen möchte, kann dies am Montag und Dienstag direkt bei der Polizei tun. Jeweils von 7 bis 18 Uhr nehmen die Einsatzkräfte Wünsche unter Telefon 0211 870 5555 oder per E-Mail an die Adresse Blitzmarathon.Duesseldorf@polizei.nrw.de entgegen.

Hier geht es zur Infostrecke: Blitzer-Marathon 2012: Diese Orte schlagen Düsseldorfer vor

(RP/jco)