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Düsseldorf: 200 Patienten ziehen in die Geister-Klinik um

Düsseldorf : 200 Patienten ziehen in die Geister-Klinik um

Kein Blaulicht oder Martinshorn, dafür Ruhe und Handgriffe, die sitzen. Der Intensivwagen fährt vor, während einige Meter weiter emsige Helfer Umzugskartons ausladen. Die Türen des Krankenwagens öffnen sich und das Pflegepersonal fährt den Patienten im Intensivbett verkabelt und beatmet in die Notaufnahme.

Hier liegt die große logistische Herausforderung des Klinik-Umzugs, denn von den rund 200 Patienten, die am Samstag umziehen müssen, sind immerhin zwölf neurochirurgische Intensivpatienten. Sie werden direkt in ihren Betten in das neue Klinik-Gebäude verlegt. Während der Umzug läuft, werden auch schon die ersten Patienten versorgt. Oberarzt Lorenz Sellin bespricht mit dem Team der Notaufnahme die weitere Zusammenarbeit am Tag des Umzugs: "Schon unser erster Patient war ein Intensivpatient", sagt er.

Alles läuft nach Plan, seit acht Uhr morgens ist die Radiologie betriebsbereit. Die ersten 40 Patienten sind bereits um 10 Uhr verlegt. Manche gehen begleitet zu Fuß, andere kommen mit Krankenwagen. Martin Gohlke, Projektplaner vom DRK ist zufrieden: "Die Herausforderung liegt für uns darin, heute 200 Patienten in entsprechende Stationen umzubetten", sagt er. Damit sie auch ihr Mittagessen bekommen, hat er noch schnell ein Fax geschickt, wo sich ein Patient gerade befindet. "Das ist wichtig, damit sich alle wohlfühlen", stellt Logistikchef Ulrich Dreiner fest, der den Umzug der fünf Kliniken und der internistischen und chirurgischen Notaufnahme koordiniert.

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Patient Peter Willerscheidt wurde schon frühzeitig über den geplanten Umzug informiert und über den sogenannten "skywalk", einer Verbindung zwischen Alt- und Neubau gebracht. Krankenschwester Gabi Santen-Weyers hat ihn auf der Station in Empfang genommen, jetzt erklärt sie ihm, wie es weitergeht. "Ich finde das Zimmer hier viel schöner, fast wie im Hotel", sagt der Patient. Das sehen wohl auch die Patienten der HNO-Klinik so, die kurz nach ihrem Umzug direkt duschen.

Karin Pielka, Stationssekretärin in der Gefäßchirurgie, trägt eine Kiste mit Verbandsmaterial und ist trotzdem erleichtert: "Ich hatte mir das alles schlimmer vorgestellt", sagt sie. Die Devise des Logistik-Chefs Dreiner scheint sich zu bewahrheiten: "Viele Hände, schnelles Ende", sagt er. Bereits um 14 Uhr sind alle Patienten umgezogen, um 17.30 Uhr ist der Materialtransport erledigt. Zwischendurch bleibt auch für die vielen Helfer Zeit für eine kurze Pause. Beteiligt sind an der Inbetriebnahme des ZOM II fast alle Berufsgruppen: Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Mitarbeiter aus der Verwaltung, Technik und Logistik. Rund vier Monate Planung stecken in dem Umzugstag. Für diesen waren die Rettungsleitstellen angewiesen, die Uniklinik primär nicht anzufahren. Ausnahmen galten für Notfälle in unmittelbarer Umgebung.

Mit Beginn des regulären Betriebs am Montag ändert sich für die zukünftigen Patienten vor allem, dass sie jetzt eine zentrale Notaufnahme vorfinden. Mit Ausnahme der Kinderklinik und der Geburtshilfe ist der Neubau Anlaufpunkt für Notfälle: "Hierdurch kommt es zu deutlichen Verbesserungen in den Abläufen für die Versorgung der Patienten", sagt Benedikt Pannen, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Uniklinik. Mit dem Heliport auf dem Dach ist das Gebäude optimal erreichbar und so können auch Schwerstkranke und Verletzte schneller behandelt werden. Rund 30 neue Mitarbeiter sind in dem neuen Gebäude tätig. Sie werden vor allem in den größeren Bereichen der Intensivstation mit 16 Betten und der Intermediate Care Station mit 24 Betten eingesetzt.