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Düsseldorf: 15-Jähriger nach Schlag im Schulsport verurteilt

Düsseldorf : 15-Jähriger nach Schlag im Schulsport verurteilt

Nach einem heftigen Fausthieb im Schulsport auf die Nase eines Klassenkameraden musste ein 15-jähriger Schüler einer Hauptschule zunächst 15 Arbeitsstunden ableisten – und muss laut Urteil des Jugendgerichts jetzt obendrein 40 Stunden in einem Anti-Aggressions-Training absolvieren.

Nach einem heftigen Fausthieb im Schulsport auf die Nase eines Klassenkameraden musste ein 15-jähriger Schüler einer Hauptschule zunächst 15 Arbeitsstunden ableisten — und muss laut Urteil des Jugendgerichts jetzt obendrein 40 Stunden in einem Anti-Aggressions-Training absolvieren.

Dieses Urteil erging jetzt wegen Körperverletzung. Der Hauptschüler, gegen den unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wurde, hatte den Schlag zugegeben. Im März 2010 stand Basketball auf dem Stundenplan, als die Jugendlichen in der schuleigenen Turnhalle aneinander gerieten.

Der Pass eines Mitschülers an den Angeklagten verfehlte dabei jedoch sein Ziel, hätte beinahe den Abwehrspieler der gegnerischen Mannschaft mitten im Gesicht getroffen. Im Reflex riss dieser Mitschüler die Hände hoch, der Angeklagte ging dadurch leer aus. Erbost darüber habe er, so der Vorwurf, dem Kontrahenten einen Schlag versetzt. Der Getroffene blutete dadurch aus der Nase, wurde vom restlichen Unterrichts für diesen Tag befreit. Der Täter dagegen musste zur Polizei und gab dort an, er sei provoziert worden.

Er habe angeblich Korbwürfe geübt, als der Ball abprallte und von jenem Klassenkameraden einfach weggekickt worden sei. Um auf diese Provokation nicht einzugehen, habe er sich weggedreht, sei sogar weggegangen. Doch dann habe der Mitschüler eine üble Beschimpfung gerufen, habe die Mutter des Angeklagten wüst beleidigt. "Da ist es mit mir durchgegangen", räumte der 15-Jährige ein. Die Folge sei dann eben die blutende Nase des Mitschülers gewesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren gegen den Jugendlichen aus problematischen Verhältnissen trotzdem zunächst eingestellt. Aber nur unter der Bedingung, dass der gewalttätige Schüler 15 Arbeitsstunden ableistet und ein Anti-Konflikt-Training absolviert. Dieses Training hat der Angeklagte dann aber hartnäckig geschwänzt. Also musste er jetzt doch noch vor Gericht.

Hier verdonnerte ihn die Richterin dazu, innerhalb von zwei Monaten ein Anti-Aggressions-Training von mindestens 40 Stunden zu absolvieren und künftig seiner Schulpflicht nachzukommen. Verstößt er dagegen, dann hat das Jugendgericht jederzeit die Möglichkeit, gegen ihn auch Freizeitarreste zu verhängen, bis er die Weisungen des Gerichts erfüllt.

(RP)