1200 Strafe für Sitzblockade gegen AfD - Spende ans Kinderhospiz Regenbogenland

Name und Nachricht: Johannes Dörrenbächer zahlt ans Regenbogenland

Das Amtsgericht hat das Verfahren gegen den 26-jährigen Sozialarbeiter von Fiftyfifty eingestellt, der im April mit einer Sitzblockade gegen die AfD protestiert und sich passiv dagegen gewehrt hatte, von Polizisten weggetragen zu werden. Zur Strafe spendet er ans Regenbogenland.

1200 Euro soll er als Auflage an das Kinderhospiz zahlen. Seine Bitte, die Armenküche als Empfänger einzutragen, lehnte die Staatsanwaltschaft gestern ab. Zahlreiche Unterstützer aus dem Bündnis Düsseldorf stellt sich quer, in dem sich der Sozialarbeiter engagiert, reagierten zunächst mit Unverständnis auf die Höhe der Summe.

Denn der Strafbefehl, gegen den Dörrenbächer Einspruch eingelegt hatte, lautete auf 2500 Euro - und auch knapp die Hälfte schien den meisten Zuhörern zu viel für einen Protest gegen die AfD. Doch Dörrenbächer war die Einstellung lieber, als die Eröffnung eines Strafverfahrens. Zumal er angesichts einer Reihe ähnlicher Verfahren befürchtet, die Justiz wolle den zivilen Ungehorsam gegen die Rechtspopulisten "kriminalisieren". Das aber sei das falsche Signal, sagte Dörrenbächer auch ans Gericht gewandt.

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Die Politik der AfD sei gefährlich, weil sie den Nährboden für rassistische Übergriffe schaffe. Und dagegen werde er auch in Zukunft demonstrieren. Unterstützt wurde Dörrenbächer, der sich hauptberuflich für Wohnungslose einsetzt, von zahlreichen Kulturschaffenden der Stadt, die für seine Anwaltskosten Geld gesammelt hatten, darunter auch der Chefdramaturg des Schauspielhauses, der in seiner Dresdner Zeit den mangelnden Bürgerprotest gegen die Pegida-Aufmärsche beklagt hatte.

Auch Fiftyfifty zeigt Solidarität mit dem Mitarbeiter und kündigte gestern an, die Geldauflage für ihn zu übernehmen.

(sg)