Veranstaltungen in Düsseldorf Garather Jugendfestival litt unter dem Wetter

Düsseldorf · Wegen des starken Regens am Freitag musste die Premiere von der Straße in den großen Saal des Kulturhauses Süd verlegt werden. Es gab auch Auftritte von Rapper Amoroc und den Beatboxern von Razzz.

Beim ersten Garather Jugendfestival zeigte auch die Breakdance-Gruppe „Just be fit“ ihr Können.

Beim ersten Garather Jugendfestival zeigte auch die Breakdance-Gruppe „Just be fit“ ihr Können.

Foto: Döring, Olaf (od)

Manchmal läuft es eben nicht so wie geplant, erwartet, erhofft – so auch beim 1. Garather Jugendfestival. Eigentlich als Freiluftveranstaltung vor dem Kulturhaus Süd gedacht, zwangen die teils sturzbachartigen Regenfälle die drei Verantalter dazu, alle Aktivitäten in den großen Saal im Kulturhaus zu verlegen. „Um 12.30 Uhr hätte die Bühne angeliefert werden sollen. Das haben wir mit einem Blick in den Himmel aber abgesagt“, gesteht Kulturhaus-Leiterin Maren Siegel.

So wurde die offene Bühne, auf der sich Jugendliche mit ihrem Können präsentieren durften und die beiden Showacts – Rapper Amoroc und die Beatboxer Razzz – unter das schützende Dach des Kulturhauses verlegt. Das war ärgerlich, denn ab nachmittags schien wieder die Sonne. Das war allerdings nicht absehbar. „Hinterher ist man immer schlauer“, kommentierte Siegel.

Dass aus der Outdoor- eine Indoor-Veranstaltug wurde, hatte Vor- und Nachteile. Nachteilig war, dass dem Festival die „Laufkundschaft“ fehlte. „Wir haben Erfahrungen mit Freiluftveranstaltungen an dieser Stelle“, so Siegel. „Normalerweise ist es voll vor der Bühne. Die Garather sind interessiert.“ Und genau das war eines der Ziele der Jugend-Festival-Premiere: Man wollte die jungen Garather auf das Kulturangebot und die Möglichkeiten im Kulturhaus Süd aufmerksam machen. Gerechnet wurde mit mindestens 200 Besuchern.

Weil aber drinnen performt wurde, saß nur eine eher kleine, meist jugendliche Gruppe im Saal. „Das hat aber den Vorteil, dass die Jugendlichen unseren Saal mit all seinen Möglichkeiten kennenlernen. Wir haben ja professionelle Sound- und Lichttechnik und vieles mehr zu bieten“, erläutert die Kulturhaus-Chefin. „Hoffentlich sehen wir einige Jugendliche in unseren Kursen oder bei einer Vorstellung mal wieder.“

Eventuell steht ja dann eines der Talente auf der Bühne. Zugegeben, der Drang der jungen Garather und Garatherinnen sich einem unbekannten Publikum zu präsentieren, hielt sich in Grenzen. Vier Acts, drei Nachwuchsrapper und die Breakdance-Gruppe von „Just be fit“ brachten den Mut auf, sich öffentlich zu zeigen. „Wir brauchen ja das Potential, um uns weiter zu entwickeln“, urteilte Charlotte Böke. Sie ist Leiterin der „GestaltBar“, einem Jugend-Kulturprojekt für 13- bis 20-Jährige, das aus Mitteln des Handlungsprogramms Garath 2.0 finanziert wird. Das Kulturhaus Süd, die „GestaltBar“ und die Jugendfreizeiteinrichtung „Anne-Frank-Haus“ haben das 1. Garather Jugendfestival aus der Taufe gehoben.

Dabei war die Aufgabenverteilung schnell geklärt. „Die GestaltBAr und das Anne-Frank-Haus haben den direkten Draht zur Wunschklientel. Ich kann gut Anträge schreiben“, erläutert Siegel augenzwinkernd. Die Idee zum Jugendfestival entstand in einem vom Quartiersmanagement regelmäßig organisierten „Come Together“. Dabei treffen sich die in und für Garath engagierten Organisationen und Institutionen, tauschen sich aus, entwickeln Ideen und Projekte. „Wir kennen uns alle und arbeiten gut zusammen. Da war uns sofort klar, dass ein Jugendfestival eine gute Idee ist“, meint Siegel. „Jeder weiß um die eigenen Stärken und die der anderen. Da war auch die Aufgabenverteilung sofort klar.“

Und auch die Programmgestaltung war schnell gefunden. „Theoretisch war die Bühne für alles offen, aber die Jugendkultur in unserem Stadtteil ist stark auf Rap ausgerichtet“, so Böke. „Da ist es logisch, dass sie das auch als Ausdruck ihres künstlerischen Schaffens auf die Bühne bringen.“

Wie es mit dem Rappen wirklich geht, zeigte Amoroc während eines gut 45-minütigen Auftritts. Der 21-jährige Düsseldorfer überzeugte, so dass er im Anschluss zahlreiche Autogramme schreiben musste. Als die Beatboxer von Razzz die Bühne enterten, schien es, als wenn eine ganze Big Band den Saal beschallen würden. Man hörte Trompeten, Geigen, Trommeln, und doch standen den vier Berlinern nur ihre stimmbildenden Organe und Mikrofone zur Verfügung.

1. Garather Jugendfestival in Düsseldorf
Foto: grafik

Die Finanzierung des Jugendfestivals wurde aus dem Handlungskonzept „Garath 2.0“ gewährleistet. Auch im kommenden Jahr läuft das Handlungskonzept weiter. Weil auch die Organisatorinnen einer Neuauflage positiv gegenüberstehen, dürfte es auch 2024 ein Garather Jugendfestival geben.

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