Dormagen: Zwillinge übernehmen Café Seitenweise

Dormagen: Zwillinge übernehmen Café Seitenweise

Die Schwestern Nurten Kayaalti und Ayten Sahintürk aus Rheinfeld wollen dafür sorgen, dass die beliebte Lokalität an der Kölner Straße weiterlebt - auch unter dem jetzigen Namen. Der Übergang am 1. September wird nahtlos sein.

Herzlichkeit und Aufgeschlossenheit strahlen sie beide aus. Und Begeisterung. Das verrät das Leuchten in ihren Augen, wenn Nurten Kayaalti und Ayten Sahintürk von ihren Plänen erzählen. Die 45-jährigen Zwillingsschwestern aus Rheinfeld haben das Café Seitenweise an der Kölner Straße gekauft. Und schon am kommenden Freitag, 1. September, werden sie dort Geschäftsführer Stephan Thönneßen ablösen, der das Café gut sechs Jahre lang zusammen mit den Gesellschaftern Johannes Thönneßen, Wolfgang Kempf und Paul Williams betrieben hat.

Damit der Übergang nahtlos klappt, sind die neuen Eigentümerinnen schon seit geraumer Zeit dabei, alles vorzubereiten. Eine Kühltheke haben sie auch bereits angeschafft, denn künftig wird es freitags, samstags und sonntags ein Frühstücksbüffet im "Seitenweise" geben. Das ist neu, ebenso die Sonntagsöffnung von 8 bis 13 Uhr. Bisher ist sonntags Ruhetag im Café. Ansonsten denken Nurten Kayaalti und Ayten Sahintürk aber nicht an gravierende Veränderungen. "Wir behalten den Namen 'Seitenweise' bei, und auch die schönen Räumlichkeiten sollen so bleiben, wie sie sind", sagt Kayaalti.

Ersten skeptischen Äußerungen, jetzt gehe es wohl bergab mit dem Café, weil mancher den beiden in der Türkei geborenen und Kopftuch tragenden Frauen den Betrieb nicht zutraut, begegnen Kayaalti und Sahintürk offensiv und charmant. "Wir möchten die bisherigen Gäste unbedingt halten. Außerdem haben wir in Dormagen auch viele deutsche Freunde, wir sind ja hier aufgewachsen", betonen die Schwestern, die 1979 als Kinder in die Bundesrepublik kamen, längst die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und perfekt Deutsch sprechen.

  • Das Café Seitenweise ist noch geschlossen.
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Stephan Thönneßen, der sich freut, dass das "Seitenweise" weiterhin so heißen wird, war wichtig, dass die beiden gelernten Bürokauffrauen auch Erfahrung aus der Gastronomie mitbringen. Nurten Kayaalti war drei Jahre lang Geschäftsführerin eines großen Restaurants an der Vogelsanger Straße in Köln, ihre Schwester unterstützte sie. Überhaupt sind die beiden ein eingespieltes Team. "Wir machen alles zusammen, waren noch nie getrennt", erzählen die Rheinfelderinnen, "und Jede weiß immer, was die Andere gerade denkt." Und Nurten ergänzt: "Als Ayten Wehen hatte, hatte ich auch Bauchschmerzen."

Ihre Familien stünden hinter dem Projekt, "obwohl mein Mann erstmal baff war", berichtet Ayten Sahintürk. Kein Wunder, die Entscheidung für die Übernahme fiel schließlich spontan. "Wir waren im Café frühstücken, haben die Zettel gesehen, dass neue Inhaber gesucht werden und waren uns sofort einig: 'Das machen wir'", so die Schwestern.

Zwar gab es noch eine Reihe von Mitbewerbern, doch weil die Chemie und die anderen Voraussetzungen stimmten, gab's die Zusage von den Thönneßens, von Kempf und Williams sehr schnell. Stephan Thönneßen will sich übrigens erstmal eine Auszeit gönnen - und dann noch einmal etwas Neues machen.

(ssc)