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Christoph Leiden berichtet vom Kinderhospiz in Olpe: Zweites Zuhause für sterbenskranke Kinder

Christoph Leiden berichtet vom Kinderhospiz in Olpe : Zweites Zuhause für sterbenskranke Kinder

"Leben - Lachen - Sterben - Trauern", zu diesem Thema hatte die Hospizbewegung Dormagen gemeinsam mit dem Edith-Stein-Haus jetzt einen Referenten aus Olpe eingeladen. Im evangelischen Gemeindehaus an der Ostpreußenallee ging es an diesem Abend einmal nicht um die eigene Arbeit, sondern um das Kinderhospiz "Balthasar" in Olpe.

Seit 1998 gibt es die Einrichtung nach englischem Vorbild dort. Christoph Leiden, Koordinator des Projekts und Mann der ersten Stunde berichtete in Dormagen von seiner Arbeit als ehemaliger Leiter des Hospizes, aber auch von den Anfangsschwierigkeiten und den finanziellen Problemen. Das freundliche Haus mit acht Plätzen ist unter der Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zunächst sogar ohne Zulassung erbaut worden. Erst nach zähen Verhandlungen mit den Krankenkassen sei die Einrichtung schließlich anerkannt worden, berichtete Leiden. Dennoch ist das Team noch immer auf Spenden angewiesen.

Mit einfühlsamen Worten berichtete Leiden vom Alltag in der Einrichtung. Das Kinderhospiz wolle vor allem ein zweites Zuhause für die kranken Kinder aber auch für deren Familien sein, so Leiden. Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche, wenn klar ist, dass das Kind das Erwachsenenalter nicht mehr erreichen wird. Dennoch ist der helle, freundliche Bau nicht nur ein Ort, an dem die schwerkranken Kinder in ihrer letzten Phase vor dem Tod begleitet werden. "Theoretisch können die Eltern mit ihrem Kind bereits zu uns kommen, wenn der Arzt die Diagnose gestellt hat", erklärt Leiden.

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Ein Team aus Ärzten, Therapeuten, Pädagogen und ehrenamtlichen Kräften kümmert sich rund um die Uhr um die kranken Kinder, spielt mit den Geschwisterkindern und spricht mit den Eltern. Im Normalfall komme die Familie mehrfach ins Hospiz und werde unter Umständen mehrere Jahre lang von den Mitarbeitern betreut. Zwischendurch sei das kranke Kind immer wieder zu Hause. "In der Regel kommt die Familie das erste Mal komplett für ein Wochenende. Zwischendurch ist oftmals nur die Mutter mit dem Kind da. In der letzten Phase werden dann oft die Geschwisterkinder aus der Schule genommen, und der Vater nimmt sich Urlaub", erklärt Leiden.

Das Leben im Hospiz soll für die Familien so normal wie möglich ablaufen. Die Eltern haben dort die Möglichkeit, die meist sehr anstrengende Pflege ihre kranken Kindes teilweise in die Hände der Mitarbeiter abzugeben. "Es ist oftmals sehr schwierig, den Eltern klar zu machen, dass sie keine Rabeneltern sind, wenn sie das tun, sondern dass das Kind sich wohlfühlt", so Leiden. Es gehe darum, auf diese Weise Schritt für Schritt loslassen zu lernen. Deshalb sind Eltern- und Kinderbereich auch räumlich voneinander getrennt.

"Die Eltern können bei ihrem Kind im Zimmer schlafen, aber nicht umgekehrt", erklärt Leiden. Es gehe darum, Kraft zu schöpfen, für die letzte Phase. "Wir verstehen uns als Tankstelle, denn letztendlich müssen die Eltern diesen Weg allein gehen, so intensiv wir sie auch begleiten." Nach dem Tod des Kindes hat die Familie dann die Möglichkeit noch eine Weile von ihm Anschied zu nehmen. In einem eigenen Abschiedsraum kann der tote Körper aufgebahrt werden.

(NGZ)