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Dormagen: Zweifel am Bäderkonzept

Dormagen : Zweifel am Bäderkonzept

Nach der ersten Euphorie über ein mögliches neues Hallenbad stellen Politiker und Bürger kritische Fragen und zweifeln die Schlussfolgerungen des Gutachters an. Doch kein neues Bad?

Die Diskussion ist voll entbrannt. Die einen sehen in dem Bäderkonzept des Badexperten Altenburg der Weisheit letzten Schluss – und freuen sich bereits auf ein neues Hallenbad in Dormagen. Doch bei vielen ist die erste Euphorie gewichen. In der Politik gab es erste Diskussionsansätze – mehr noch nicht. Dafür wurden kritische Fragen an die Düsseldorfer Unternehmensberatung Altenburg entwickelt. Allein bei der Dormagener SPD sind es laut Fraktionsvorsitzendem Bernhard Schmitt mehr als 15. Die CDU steht dem in nichts nach.

Altenburg hatte in seinem Bäderkonzept vorgeschlagen, die beiden vorhandenen Hallenbäder in Dormagen und Nievenheim zu schließen und statt dessen ein komplett neues Hallenbad in Dormagen am alten Standort zu bauen. Angeblich sei die Sanierung der beiden Bäder mit 6,5 Millionen Euro zu teuer; dem gegenüber stünden acht Millionen Euro für einen Neubau.

Auch die Bürger machen sich intensive Gedanken. Kerstin Born, Vorsitzende der Schwimmgemeinschaft Nievenheim Delrath favorisiert ein Bad in Nievenheim: "Da sind wir daheim." Sie ist im Übrigen immer noch sauer, da sie über die Bäderpläne bislang noch nicht informiert wurde, obwohl sie 600 Schwimmsportfreunde vertritt. Nach ihrer Erfahrung sind zurzeit beide Hallenbäder voll belegt – "wie soll das ohne Abschläge in einem Bad gehen?"

Ein Bürger, der sich sehr intensiv mit den Plänen auseinandergesetzt hat, ist der Nievenheimer Heinrich Behrens. Er bezweifelt, dass eine Summe von acht Millionen Euro für ein neues Bad ausreicht, das den heutigen ökologischen und ökonomischen Ansprüchen genügt". Behrens: "Selbst wenn man von diesem Betrag ausgeht und den üblichen Teuerungszuschlag für öffentliche Bauten mit nur 25 Prozent annimmt, müsste eine Finanzierung mit zehn Millionen Euro erfolgen." Bei einem langfristigen Kapitaldienst mit nur 5 % Zinsen und 2% Tilgung wären pro Jahr 700 000 Euro aufzubringen – ohne laufende Unterhalts- und Betriebsklosten."

Behrens stellt eine weitere kritische Frage: Wenn die Sanierung der beiden "alten" Bäder nicht lohnt – wieso wurde dort noch investiert? Behrens bemängelt auch den vorgesehenen Standort: Wenn die Römertherme erhalten werde, würden beide Bäder in Dormagen massiert und Nievenheim leer ausgehen.

Kritische Fragen, auf die es am 5. Oktober bei der zweiten Runde mit den Gutachtern eine Antwort geben soll. "Ich bin gespannt", gibt auch CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer MdL zu. In seiner Fraktion gehen die Meinungen vom unbedingten Bestandsschutz bis zur Forderung nach einem üppigen Neubau weit auseinander.

(NGZ)