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Dormagen: Zwei Pferde gehen in Straberg durch

Dormagen : Zwei Pferde gehen in Straberg durch

Ein Zwischenfall überschattete gestern das harmonische Schützenfest der St.-Hubertus-Bruderschaft in Straberg: Eine 22-jährige Kutscherin wurde schwer verletzt, als gegen 14.40 Uhr die Pferde an ihrer zweispännigen Kutsche durchgingen.

Schützenkönigin Kerstin Jüttner sollte an der Residenz am Mühlenbuschweg standesgemäß mit der Kutsche abgeholt werden. Dazu hielt die Kutscherin das Gespann an. Während sie noch dabei war, wegen des einsetzenden guten Wetters das Verdeck der Kutsche weg zu klappen, scheute plötzlich eines der Pferde. Geistesgegenwärtig ergriff die 22-Jährige die Zügel, die Pferde gingen jedoch mit der Kutsche durch. Das Gespann kam führerlos einige Meter entfernt in Höhe Ginsterweg zum Stehen, weil die Kutsche sich an einem parkenden Auto verkeilte.

Bis dahin wurden sechs parkende Fahrzeuge gerammt. Beim Halteversuch war die Kutscherin an einem parkenden Auto eingeklemmt worden, wodurch sie starke Quetschungen erlitt, die im Krankenhaus behandelt wurden. Auch eines der Pferde trug an der Hinterhand blutige Schnittwunden davon, die ein Tierarzt versorgte. Die Polizei beziffert den Schaden auf etwa 30.000 Euro. Zur Untersuchung stellte sie die Kutsche sicher. Der Straberger Festzug fand dann mit leichter Verzögerung ohne Kutsche statt. "Wir haben ihn um die Hälfte verkürzt, weil die Königin nicht auf Schuhe eingerichtet war, mit denen sie größere Strecken bewältigen konnte", erklärte Pressesprecher Karl-Heinz Heinen. Morgen wird es auch keine Kutsche im Umzug geben. Nach dem Unfall zog das 350 Aktive starke Regiment von Hermann Hahn zur Parade am Königspaar Ralf Kindgen und Kerstin Jüttner vorbei.

Das Wetter war bis dahin wechselhaft. Mehr als einmal mussten der neue Brudermeister Ulrich Baumer und seine Vorstandskollegen das Programm der Spätkirmes umkrempeln. Konnte der Fackelzug am Samstag zumindest noch gestrafft erfolgen, wurde gestern die Frühparade und der Große Zapfenstreich wegen Regens abgesagt. Der Gefallenen gedachten die Schützen nach der Heiligen Messe nicht am Ehrenmal, sondern im Hubertussaal. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann zeichnete den ehemaligen Brudermeister Wolfgang Saedler mit der Silbernen Ehrennadel der Stadt aus.

Vor neun Jahren hatte das durchgehende Pferd des Oberstadjutanten in Delrath zwölf Menschen verletzt. Weiterer Bericht über das Festgeschehen und die Ehrungen folgt.

(cw-/omo)