Dormagen: Zwei neue Varianten im Schulgutachten

Dormagen : Zwei neue Varianten im Schulgutachten

Fünf Vorschläge (inklusive a- und b-Varianten) haben die Schulexperten aus Bochum auf den Tisch gelegt, wie die Schullandschaft der Stadt künftig aussehen könnte. Donnerstag präsentierten sie zwei weitere: Für einigen Gesprächsstoff sorgte das Schulgutachten, dass im Beisein von etlichen Eltern und interessierten Lehrern im Schulausschuss vorgestellt wurde.

Die Gutachter überraschten dabei mit der "Moritz-Variante": So könnten eine Sekundarschule in Hackenbroich sowie eine neue Gesamtschule in der Stadtmitte (bei Fortführung des BvA) gegründet werden. Oder aber Errichtung einer Sekundarschule in Hackenbroich und einer neuen Gesamtschule in der Stadtmitte, die dort alle Schulen einbeziehen würde.

"Moritz-Variante" deshalb, weil es die Idee des Rektors der Realschule Hackenbroich, Alois Moritz, vor wenigen Wochen war, diese Realschule zeitnah in eine Sekundarschule umzuwandeln. Er halte dies nach dem Aus der Hauptschule für erforderlich und konsequent. "Zwei Sekundarschulen in Dormagen sind grundsätzlich denkbar", so Gutachter Tilman Bieber, "aber mittel- bis langfristig gibt es keinen Bedarf für ein solches sechszügiges System".

Die Gutachter machten noch einmal deutlich, dass es sich lediglich um "Denkmodelle" handelt, nicht um ihre Vorschläge, wie zu verfahren sei. Und Schuldezernentin Tanja Gaspers erklärte, dass in dem jetzt begonnenen Prozess es eine ganze Reihe von umfassenden Informationen für die Eltern geben werde, bis hin zur Befragung im kommenden Frühjahr. "Beschlossen wird zurzeit nichts." Eine politische Entscheidung darüber, ob und welche Schulen geschlossen und neu gegründet werden, falle erst im Herbst kommenden Jahres.

Ein schnelleres Vorgehen lehnte der Schulausschuss mehrheitlich ab. Dies hatte die SPD beantragt, die eine "große Verunsicherung bei Eltern und Lehrern" ausgemacht hat, so Sprecherin Birgit Burdag. Die SPD will die Elternbefragung vorziehen, aber dazu wird es nicht kommen. Klaus Nevries, bekennender "Fan" der Gesamtschule und für diese Schulform Dezernent bei der Bezirksregierung, empfahl, angesichts der Bedeutung des Themas auf Zeit zu setzen.

Eine Mehrheit gab es für einen Antrag der Jamaika-Koalition, die sich für ein "strukturiertes Verfahren" in der Planung der Schulentwicklung einsetzt. Dazu gehört die Elternbefragung ebenso wie die Einbindung aller Beteiligten der Schulgemeinde.

(NGZ/rl)
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