Dormagen: Zwei Chöre machen in Delhoven die Stille hörbar

Dormagen: Zwei Chöre machen in Delhoven die Stille hörbar

Orgel- und Chormusik, Gebete und Auslegung auf diese kirchenmusikalische Passionsandacht, also auf das Wesentliche zu Ostern einzustellen, das gelang jetzt bei einem Konzert der Chorgemeinschaft St. Agatha und ChorIntakt auf das Beste. Die Ensembles unter Leitung von Susanne Becker und Pastor Klaus Koltermann unterstrichen mit ihren Vorträgen den Ernst der Passionstage. Auf wundersame Weise wurde mit ihrem Musizieren der leisen Töne die Stille hörbar gemacht.

Umso gespannter war die Aufmerksamkeit der Zuhörer in der architektonisch so besonderen Kirche, in der die Blicke durch scheinbar verwirrend zusammengefügte Holzbalken wie selbstverständlich nach oben geführt wurden. Deren Nebeneffekt war eine ausgezeichnete Akustik für die von der rückwärtigen Empore schallenden Gesänge und das Orgelspiel von Susanne Becker. Stille und Musik auch noch mit Andacht zu erweitern: Den Akteuren gelang diese Balance vortrefflich.

Sie nutzten den Kirchenraum und verstärkten das Gefühl der Zuhörer, sich auf einer Insel der Besinnung zu befinden. Die verbindende Klammer waren Gebet und gemeinsames Singen. "Wir können uns glücklich schätzen", sagte Pfarrer Koltermann, "dass dieses Lied im Gesangbuch Eingang gefunden hat." Nur in der Umkehr - und damit wurde eine Predigt daraus - liege die Rettung. Stille sei das große Thema in unserer Zeit voller Lärm. Selbst die vorgetragenen Gospel-Lieder folgten dieser Linie. Akzentuiert stimmig und ganz und gar nicht herausschreiend wie so oft, machten sie Eindruck. Auffallend im Verlauf der Passionsandacht war der klare und raumfüllende Klang von Susanne Beckers Sopran.

Immer wieder gab es Anlass genug, genau hinzuhören, wenn die Chöre mal einzeln, mal in Gemeinschaft ihre handverlesenen Stücke vortrugen. Dabei war auch ein japanisches Gebet, das Eingang ins "Gotteslob" gefunden hat. Hier ist von Zuversicht die Rede, die in Augenblicken der Stille gewonnen wird. Insgesamt wirkte die Zurückhaltung der Chöre ebenso nachklingend wie nachhaltig, und das ist der bleibende Eindruck dieser Passionsandacht.

(NGZ)