Im Kindergarten wird die Liebe zum Buch geweckt: Zum Vorlesen geht es ins Märchenzelt

Im Kindergarten wird die Liebe zum Buch geweckt : Zum Vorlesen geht es ins Märchenzelt

Marc-Julian (6) mag ganz besonders Bücher über Ritter. Er und viele andere Kinder der Noni-Kindertagesstätte an der Neusser Straße in Nievenheim lesen nicht nur zu Hause, sondern auch in der evangelischen Einrichtung. Der Umgang mit Büchern ist dort seit kurzem fester Bestandteil des pädagogischen Konzeptes, mit dem sich die Noni-Kindertagesstätte jetzt auch an einem landesweiten Wettbewerb beteiligt.

Die 100 vorlesefreundlichsten Kindergärten werden gesucht. "Es ist sehr wichtig, die Kinder an das Buch heran zu führen, auf diesem Wege ihre Kreativität und Phantasie zu fördern", erzählt Eva-Maria Lammich, Leiterin der Kindertagesstätte, auch mit Blick auf die Diskussion über die Pisa-Studie. Nicht immer sind Kinder von zu Hause aus mit Büchern vertraut. In der Kindertagesstätte gehören Lesen und Vorlesen zum zum Alltag.

Die Liebe zum Buch wecken, indem es zum täglichen Begleiter wird, lautet die Devise, auch wenn die meisten Jungen und Mädchen natürlich höchstens einige Wörter lesen können. "Bei unserem offenen Konzept ist es jederzeit möglich, dass ein Kind kommt und sagt ,lies mir bitte etwas vor"", erklärt Lammich. Dann sind Rita Reichardt und Heide Mausberg, beide betreuen das Konzept, oder eine der anderen Erzieherinnen gefragt.

Jeden Tag können Kinder mit einer Erzieherin ins Märchenzelt: Unter dem zarten durchsichtigen Stoff wird es bei spannenden Geschichten so richtig gemütlich. Zwei Mal in der Woche setzt sich eine Betreuerin den "Erzählhut" auf, denn dann werden frei oder aus Buchvorlagen "Geschichten aus dem Hut" erzählt. Und natürlich spannen die Jüngeren auch die Hortkinder, die nachmittags aus der Schule kommen, zum Vorlesen ein.

Lesefutter gibt es in der Kindertagesstätte reichlich: Das Regal voll mit Bilder-, Sach- und Kinderbüchern ist immer zugänglich. Dort können die Kleinen stöbern, sich mit einem Buch zurück ziehen. Wobei Eva-Maria Lammich und ihre Kolleginnen aufpassen, dass das Buch immer auch als etwas Wertvolles behandelt und gepflegt wird. "Der kleine Hoppelhase" verrät der fünfjährige Lars sein Lieblingsbuch. Einmal in der Woche geht es in die Bücherei der evangelischen Gemeinde, um Nachschub zu holen.

Auch bei einer Autorenlesung sind die Jungen und Mädchen bereits gewesen. Nun entstand in der Nievenheimer Kindertagesstätte selbst ein Buch: Mit dem stellt die Einrichtung beim Wettbewerb auf Landesebene ihr Konzept vor. cs

(NGZ)
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