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Baha’i i in Dormagen: Zum Ausgleich aufgerufen

Baha’i i in Dormagen : Zum Ausgleich aufgerufen

Von Chris Stoffels

Von Chris Stoffels

Am Freitag feiern die Baha'i i in Dormagen ihr "Weihnachten". Anlass ist der Geburtstag ihres Gründers Baha'u'Lla. Am Freitag Abend begannen die Festivitäten im Hause von Schirazi Riaz und Barbara Missaghian Auf der Hardt in Nievenheim mit einem großen Essen. Die Kinder wurden beschenkt, die Familien waren zusammen. "Es ist wie der Heilige Abend in christlichen Familien", berichtet Riaz Missaghian, Gründer der Dormagener Baha'i-Gemeinde.

Die Baha'i ist eine Weltreligion, die Ausgleich und Frieden auf ihre Fahnen geschrieben hat. Riaz Missaghian: "Wir sind der Überzeugung, dass alle Religionen den gleichen Ursprung haben und verstehen uns als Mittler und Motor eines Prozesses des Ausgleichs zwischen den Religionen und Weltanschauungen." Die Baha'i setzen auf die Einheit der Menschen, die Toleranz gegenüber den Überzeugungen. Ein hehres Ziel, das in Teilen der Welt auf Unverständnis und Hass trifft. Im Iran werden Baha'i-Anhänger verfolgt, ermordet, ihre Treffpunkte zerstört.

In Dormagen ist die zurzeit 23-köpfige Gemeinde gut gelitten. Sie empfindet Dormagen als eine Art multikulturellen Mikrokosmos für ihre Überzeugungen, engagiert sich in vielfältiger Weise in der Kommune, veranstaltet Dia-Vorträge, Podiumsdiskussionen oder Feste für Kinder und Senioren. Ein traditionelles Betätigungsfeld der Dormagener Baha'i-Gemeinde ist die Kinder- und Jugendarbeit. Noch immer bedauert Missaghian, dass sich vor Jahren die Idee der Trägerschaft für einen Kindergarten zerschlug.

Für die Jungen und Mädchen der Gemeinde bieten die Baha'i samstagvormittags in der Horremer Christoph-Rensing-Schule einen überkonfessionellen Religionsunterricht an, der ab Frühjahr kommenden Jahres öffentlich gemacht werden soll. Missaghian: "Wir wollen dort Werte wie Toleranz, gegenseitige Achtung und Tugend für alle Kinder vermitteln."

Vertreter der Gemeinde arbeiten im Jugendhilfeausschuss mit, auch im Ausländereirat haben die Baha'i Sitz und Stimme. Die Mitglieder der Dormagener Baha'i, die aus aller Herren Länder von Uganda bis Österreich stammen, wollen am Leben in Dormagen teilnehmen. So lenken sie jedes Jahr zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember die Aufmerksamkeit auf ein besonderes Anliegen der Gesellschaft, in diesem Jahr auf die Altenhilfe und -pflege.

Die Geschichte der Baha'i in Dormagen begann 1969, als Riaz und Barbara Missaghian aus Persien in Nievenheim siedelten. Doch erst 1982 kam es zur offiziellen Gründung der Gemeinde, die sich seither in ihrem Bemühen um Ausgleich viel Anerkennung erworben hat. Bereits seit 1985 richten die Baha'i einen eigenen Jugendtag aus.

Riaz Missaghian ist den Baha'i auch beruflich verbunden: Er leitet den nationalen deutschen Verlag der Baha'i Deutschland in Hofheim bei Frankfurt, wo die deutschen Baha'i ein religiöses Zentrum mit eiunem großen Tempelareal betreiben. Sekretär der Dormagener Gemeinde ist Lorcan Flynn.

(NGZ)